Flashmob im Stadtkanal
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Iron Roll
Potsdam (kobinet) Von einem Rolli-Rennen im leeren Potsdamer Stadtkanal berichtet heute Nina Waskowski. Beteiligte am „Iron Roll 2013 – Respekt statt Mitleid“ hatten am Pfingstmontag dazu mit einem Flashmob Aktive und Zuschauer mobilisiert. Gewonnen hat die einzige Frau, die mitgemacht hat. Sie siegte überlegen und ist auf dem Foto gar nicht mehr zu sehen.
Bericht von Nina Waskowski
Action in der Potsdamer Innenstadt! Wozu braucht eine Stadt wie Potsdam eigentlich einen leeren Stadtkanal? Das fragt sich sicher so manch einer der Potsdamer Bürger. Einmal im Jahr wird dieser Kanal jedenfalls mit Wasser gefüllt, um den jährlichen Kanu-Kanalsprint darin stattfinden zu lassen. Und den Rest des Jahres?
„Da muss sich doch etwas mit anfangen lassen“, dachten sich einige der Veranstaltungscrew-Mitglieder des diesjährigen Iron Roll 2013 – Respekt statt Mitleid und fanden sich kurzerhand am Pfingstmontag um 10.00 Uhr zu einem lustigen Rolli-Rennen im leeren Kanal zusammen. Schnell wurde eine Strecke abgesteckt, mit Start- und Zielschild versehen, Piloten, Rollstühle und sonstig benötigtes Equipment in den Kanal befördert und los ging´s.
Jahrelange Rolli-Profis traten gegen unerfahrene Laien im Rollstuhl an. Auf der 50m-langen Strecke über hoch bewachsenes Kopfsteinpflaster, durch tiefen Schlamm und Pfützen kämpften sich die Gegner ins Ziel. Der leicht modrig-fischige Geruch machte es nicht leichter. Zum krönenden Abschluss ließ man ein Speedrennen von einer nicht zu verachtenden Schräge in den Kanal stattfinden. Lediglich zwei der mutigen Piloten verließen dabei unfreiwillig ihr Gefährt, kamen aber glücklicherweise mit nur leichten Blessuren und natürlich ohne Schrecken davon.
Insgesamt fanden sich etwa sieben Piloten und knapp 20 Schaulustige zu diesem spontanen Event zusammen. Unter den Piloten befanden sich drei professionelle Rollstuhlfahrer, die dieses Renngefährt auch im Alltag nutzen. Ihren Spaß hatten natürlich auch vorbeilaufende Passanten, die zunächst etwas verwundert, dann aber sehr interessiert an den Geländern stehenblieben.
Nach einer Stunde Rennspaß, zahlreichen Schlammspritzern an Händen und Kleidung sowie gut verdreckten Rollstühlen zerstreuten sich alle Teilnehmer und hinterließen irgendwie den Eindruck, dass ein solch spontanes Rennen irgendwann, wenn nicht sogar ziemlich bald, an irgendeinem Ort Potsdams wieder stattfinden wird.
Also liebe Potsdamer und Potsdamerinnen: behaltet Ohren und Augen offen! Es könnte sein, dass auch vor eurer Tür mal so ein Rolli-Rennen stattfindet und vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, einmal selber gegen einen Profi anzutreten.
Eines scheint dabei allerdings schon sicher: die Siegerin des „Iron Roll 2013“, Pamela Maraschzek, lässt sich so schnell nicht besiegen. Sie entschied auch dieses Rennen klar für sich.

Von Lina
Die Aktion sollte auch an anderen Orten stattfinden. In Kassel gibts die Aue, da ist viiieeel Platz.
Und Schrägen gibts da auch keine.
Also los Kasseler! Zeigen wir den PotsdamerInnen, dass wir mindestens genauso gut sind! :)
Von Nina Waskowski
Und das eins schonmal klar ist, liebe Pamela & Co:
Nochmal gucke ich mir das nicht mit an!
Dann mache ich nämlich selber mit und ich werde das Ding rocken!
(Wenn's nicht gerade so eine Schräge sein muss. Die war irgendwie suspekt.)
Von Dööörk
Klasse Idee, bitte mehr davon!