Berlin zum Hören, Riechen und Schmecken

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Ein Tastmodell wird ertastet
Ein Tastmodell wird ertastet
Bild: BERND BRUNDERT

Berlin (kobinet) Im bundesweiten Innovationswettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2013/14 ist der Verein Förderband – Kulturinitiative Berlin heute als einer von 100 Preisträgern ausgezeichnet worden. Zum Thema "Ideen finden Stadt" liefert der Verein mit seinem Internetportal "Berlin für Blinde" eine Antwort auf die Frage, wie sehbehinderte Menschen trotz ihrer Einschränkung Kunst und Kultur in einer Stadt erleben können.

"Ob Brandenburger Tor oder Fernsehturm – www.berlinfuerblinde.de, die erste barrierefreie Internetseite mit Reise- und Kulturtipps für Sehbehinderte, bietet Audiobeiträge und kontrastreiche Grafiken zu bekannten Sehenswürdigkeiten. Zudem empfiehlt sie Orte, an denen sich Berlin hören, riechen, schmecken und begreifen lässt: in der Philharmonie, in einer Parfümerie oder einer Pralinenmanufaktur", heißt es in der Pressemitteilung der Initiative. Doch den Machern des Projekts geht es um mehr. Sie wollen Anbieter von Freizeit- und Kulturangeboten sein und für die Wünsche von Menschen mit Handicaps sensibilisieren – damit gesellschaftliche Teilhabe selbstverständlich wird.

Die Initiative "Deutschland – Land der Ideen" und die Deutsche Bank zeichnen im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam Ideen und Projekte aus, die Lösungen für die Herausforderungen der Städte und Regionen von morgen bereithalten. Christian Grube von der Deutschen Bank überreichte Jessica Schröder, Michael Baumeister und Imke Baumann die Auszeichnung als "Ausgezeichneter Ort 2013/14" und betonte: "'Berlin für Blinde' baut Barrieren ab und Brücken auf: Es verbindet Kulturangebote in der Stadt und schafft einmalig sinnliche Erlebnisse – für Menschen mit und ohne besondere Wünsche und Bedürfnisse. ‚Berlin für Blinde' ist ein Vorbild für alle Kommunen – ob groß oder klein."

Imke Baumann, Projektleiterin kommentierte die Auszeichnung: "Wir sind sehr stolz, ein 'Ausgezeichneter Ort' im Land der Ideen zu sein und damit eine Lösung für das Leben in der Stadt von morgen aufzeigen zu können. Mich freut besonders, dass wir mit dieser Auszeichnung an den Ursprung des Projekts zurückkehren, denn wir haben im Jahr 2006 mit Unterstützung der Stiftung Aktion Mensch als Pilotprojekt begonnen, und was könnte diese Vorreiterrolle stärker bestätigen als die heutige Auszeichnung."

Jessica Schröder, Autorin bei Berlin für Blinde erklärte: "Es ist wichtig Angebote zu schaffen, die blinden und sehbehinderten Menschen Unabhängigkeit verschaffen. Ich als blinde Person habe Berlin mit dem Projekt ganz anders kennen lernen können."

Weitere Informationen zum Projekt gibt's unter: http://www.berlinfuerblinde.de/projekt.html

Aus rund 1.000 Bewerbungen wählte die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern gemeinsam mit einem vierköpfigen Fachbeirat den Förderband e.V. – Kulturinitiative Berlin für sein Internetportal "Berlin für Blinde" als Preisträger aus.