Katastrophenvorsorge: Malteser befragen Behinderte in Vietnam
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Köln (kobinet) Menschen mit Behinderungen fehlt es häufig an Informationen und an Unterstützung, um sich vor einer Katastrophe zu schützen. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Befragung von Menschen mit Behinderungen in gefährdeten Regionen Vietnams, auf das die Malteser anlässlich des Internationalen Tags der Katastrophenvorsorge am 13. Oktober hinwiesen. Die Länderstudie ist Teil einer Erhebung des Büros zur Umsetzung der Strategie der Vereinten Nationen zur Katastrophenvorsorge (UNISDR). Bis zum Jahresende wollen die Vereinten Nationen Daten aus 120 Ländern erheben.
"Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit Behinderungen unzureichend über die Schutzvorkehrungen informiert sind und sie im Fall einer Katastrophe kaum geeignete Hilfe bekommen. Das wollen wir mit unseren Partnern vor Ort ändern", sagt Cordula Wasser, Vietnam-Länderreferentin von Malteser International. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, sie wüssten nicht, wie sie sich in Sicherheit bringen oder vor den Folgen der Katastrophe schützen können. 64 Prozent haben demnach große Schwierigkeiten bei der Evakuierung oder können gar nicht evakuiert werden. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten sagten, sie kennen die Maßnahmen ihrer Gemeinde zu wenig oder gar nicht. 70 Prozent sind nicht in die Entscheidungen über die Vorsorge eingebunden, obwohl mehr als die Hälfte (54 Prozent) gerne mitbestimmen würden.
Ein Befragter schilderte sein Problem sehr anschaulich: "Ich bin taub – Warnungen im Radio kann ich nicht hören. Jemand muss zu mir kommen, um mich zu warnen anstatt sich selbst in Sicherheit zu bringen."
