Barrierefreier Tourismus in Europa
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Europäische Kommission
Brüssel (kobinet) Eine zweitägige Konferenz beschäftigt sich ab heute in Brüssel mit dem barrierefrei zugänglichen Tourismus in Europa. Höhepunkt ist die Auszeichnung einer Stadt mit dem Access City Award 2014 der Europäischen Kommission. Der Wettbewerb um diesen Preis wurde in Partnerschaft mit dem Europäischen Behindertenforum EDF zum vierten Mal veranstaltet. 102 Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern aus 23 Ländern beteiligten sich in diesem Jahr mit ihren Initiativen für Barrierefreiheit am Wettbewerb.
Die hochrangige Konferenz im Charlemagne-Gebäude bringt Abgesandte von Behindertenverbänden, Regierungen und touristischen Unternehmen mit Verantwortlichen der EU-Kommission und Mitgliedern des Europäischen Parlaments zusammen. Vor allem beste Beispiele aus der Praxis ganz im Sinne der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen stehen am ersten Beratungstag auf dem Programm. Am Mittwoch richtet sich der Fokus besonders auf die vielfach noch ungenutzten Potenziale, mit barrierefreien Angeboten nationales und lokales Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Von harle
Wow! Die Kaffeetrinker und Händeschüttler in und aus Europa sind heute lärmend wie jedes Jahr zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen wiedermal unterwegs. Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Mergel, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe Ulla Schmidt oder der Menschenrechtsexperte und Leiter der Monitoring-Stelle Dr. Valentin Aichele, sie läutern sich - schön redend und fordernd - wiedermal zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ behinderte Menschen in der SPD „sagt Nein zum Koalitionsvertrag“. Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Selbstbestimmte Behindertenpolitik“ behinderte Menschen in der Partei DIE LiNKE. beschwert sich, mit Dr. Ilja Seifert keinen behindertenpolitische Sprecher als Bundestagabgeordneter im Bundestag und wie es ausschaut auch nicht als Europaabgeordneter im Europäischen Parlament zukünftig mehr zu haben.
Andererseits gibt es in Deutschland (81,5 Millionen Einwohnern) über 7 Millionen Menschen, die in Deutschland als schwerbehindert gelten, und rund 17 Millionen Menschen - also jede vierte Frau und jeder vierte Mann - im Alter von über 18 Jahren leben mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten, die sie im täglichen Leben einschränken - sprich: 24 Millionen Menschen in Deutschland leben ihren Alltag mit irgendwelchen Behinderungen (siehe Internet-Link: http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Meldungen/2013-07-31-teilhabebericht.pdf?__blob=publicationFile).
Und seit Mai d.J. (2013) hat das „Forum behinderter Juristinnen und Juristen (FbJJ)“ einen Entwurf als Gesetz zur Sozialen Teilhabe - Gesetz zur Änderung des SGB IX und anderer Gesetze - den Menschen mit und ohne Behinderungen (und oder Beeinträchtigungen) für Deutschland, also allen Abgeordneten (in Europa,) im Bund, in den Bundesländern und Kommunen vorgelegt (siehe Internet-Link: http://www.forsea.de/projekte/Teilhabesicherunggesetz/2013-05-03_GST_Bremen.pdf).
Also, was wäre zu tun? Anstatt alljährlich immer wieder von Bundeskanzlerin und MdB-/MdL-Politikern zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen gut gemeinte, daher schleimende Rhetorik zu verbreiten, konkret auf jeden Fall sich der eigenen Kraft und der Behindertenbewegung UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) bewusst werden und jetzt doch mal die Ärmel hoch krempeln und gemeinsam auch mit Hilfe der Abgesandten von Behindertenverbänden, Regierungen und touristischen Unternehmen mit Verantwortlichen der EU-Kommission und Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MdEU) zusammen mit den aktiven Arbeitsgemeinschaften in den Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und Werkstätten in Versammlung-zu-Versammlung- und Haus-zu-Haus-Aktionen Millionen von Unterschriften für eine Petition zu sammeln mit der Forderung, dass der o.g. Entwurf „Gesetz zur Sozialen Teilhabe“ vom FbJJ vom Bundestag zum Gesetz gemacht wird. Nicht nur Volksreden, sondern Taten von den Gesetzesmachern in den Parlamenten sind gefragt.