Wer wird neue/r Bundesbehindertenbeauftragte/r?
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: omp
Berlin (kobinet) Vor den Weihnachtsferien wurde bekannt, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe zukünftig nicht mehr das Amt des Bundesbehindertenbeauftragten ausüben wird. Die SPD und damit die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles haben nun das Besetzungsrecht für diese Position. Während fast alle Posten in der neuen Bundesregierung bereits verteilt sind, warten viele darauf, dass endlich auch die oder der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung benannt wird.
Wie das Amt der oder des Bundesbehindertenbeauftragten zukünftig ausgestaltet wird, die Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen in der SPD, Selbst Aktiv, erwartet auf jeden Fall ein entsprechendes Mitbestimmungsrecht über die Besetzung der Position frei nach der Formulierung im Koalitionsvertrag "Nichts über uns ohne uns", heißt es aus den Reihen von Selbst Aktiv. Alles andere scheint bisher reine Spekulation zu sein. So auch der Bericht von RollingPlanet vom 17. Dezember, wonach eine politische Quereinsteigerin und damit eine behinderte Frau zukünftig das Amt der Bundesbehindertenbeauftragten ausüben soll.
Von vielen wird die Tatsache, dass die SPD sich so viel Zeit mit der Benennung der oder des Bundesbehindertenbeauftragten lässt, während die anderen Positionen schnell verteilt wurden, dahingehend gewertet, dass dieses Amt für die SPD als nicht so wichtig erachtet wird. Für möglich wird allerdings auch gehalten, was für die Verzögerung der Benennung sprechen würde, dass die oder der Bundesbehindertenbeauftragte in dieser Legislaturperiode nicht dem Parlament angehören muss, wie dies in den letzten Jahren fast immer der Fall war. Nur Hubert Hüppe übte das Amt bis zur Nachrückung in den Deutschen Bundestag ehrenamtlich mit einer Aufwandsentschädigung aus ohne Abgeordneter zu sein.
Dass das Amt eines Bundesbehindertenbeauftragten, die oder der nicht dem Deutschen Bundestag angehört, eine hauptamtliche Stelle sein muss, darüber sind sich alle in den Verbänden einig. Ein solches Amt kann im Zeitalter der UN-Behindertenrechtskonvention nicht nebenher ausgeübt werden, sondern muss auch wegen der Stellung in der Verwaltung hautpamtlich angesiedelt sein. Soweit wie in anderen Bereichen, dass die oder der Behindertenbeauftragte den Rang eines Staatssekretärs bekommt, scheinen wir allerdings noch nicht zu sein. Der saarländische Sozialminister Andreas Storm begrüßte vor kurzem die erstmalige Berufung eines Pflegebeauftragten in die Bundesregierung. "Mit Karl-Josef Laumann als Beauftragtem der Bundesregierung für Pflege und die Belange der Patienten ist ein renommierter und ausgewiesener Sozialexperte für dieses Amt vorgeschlagen. Dies ist ein wichtiges und notwendiges Signal angesichts der geplanten Reformen in der Pflege in der anstehenden Legislaturperiode", schrieb der Minister in einer Presseinformation. Als beamteter Staatssekretär habe Laumann nun den notwendigen Rückhalt, um diese zu begleiten, betonte Andreas Storm. Von einem solchen Rückhalt mit der entsprechenden Ansiedlung in der Verwaltung scheint die Behindertenpolitik allerdings noch meilenweit entfernt zu sein.

Von Gisela Maubach
http://www.sueddeutsche.de/politik/blinde-biathletin-bentele-wird-behindertenbeauftragte-1.1858394
Von Pollis
Hallo zusammen ich Wünsche Mir Herr Hüppe zurück weil er viel macht und auch Werkstatträtegespräche in Berlin gemacht
Von Arnd Hellinger
@harle:
Mit Ottmar Miles-Paul als neuem Bundesbehindertenbeauftragten könnte ich natürlich auch sehr gut leben... :-)
Die Frage ist nur, ob er selbst dieses Amt ausüben möchte, während ich von Hubert Hüppe bereits weiß, dass er gerne weitermachen würde, wenn Merkel und Gabriel ihn denn ließen.
Sofern "OMP" sich hier entsprechend erklärte, wäre ich bereit, eine Petition diesbezüglich zu starten...
Von harle
Zum Vorschlag von @Arnd Hellinger
Wenn jemand bei der Umsetzung der UN-Konvention als ehrenamtlich arbeitender Behindertenbeauftragter einer (Landes-)Regierung vieles konkretes bewegt hat, dann war es meiner Meinung nach - und Beispiele gebend (!) - Ottmar Miles-Paul (jetzt parteilos), der Ex-Behindertenbeauftragter der Landesregierung Rheinland-Pfalz (SPD/DIE GRÜNEN) unter Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Ottmar Miles-Paul wäre m.E. die richtige Auswahl als berufshauptamtlich wirkender Behindertenbeauftragter der Bundesregierung.
Von einer erneuten Bestellung von MdB/CDU Hubert Hüppe halte ich nichts; denn was hat Hubert Hüppe schon bleibendes großes bei der bundesweiten Umsetzung des Gesetzes UN-Behindertenrechtskonvention in seiner vierjährigen ehrenamtlichen Amtszeit 17. Bundestag- und Bundesregierung-Periode schon bewegendes für Deutschland bisher im Auftrag der Bundesregierung mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und jetzt Ex-Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen (beide CDU) und innerhalb der Koalitionsparteien CDU/CSU-FDP erreicht? In dem Sinne: Eigentlich nichts.
Der Vorschlag, nun doch Dr. Ilja Seifert (Ex-MdB/DIE LINKE) zum Behindertenbeauftragten der GroKo-Bundesregierung mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) und der jetzigen Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles (SPD) machen zu möchten, geht doch absolut fehl, ist blauäugig durchdacht. Denn warum soll die GroKo CDU/CSU-SPD gerade einem Mitglied der Partei DIE LINKE diesen Posten geben möchten, wenn die SPD im Bund und in Hessen, trotz Mehrheit links von CDU/CSU für eine Koalition aus SPD-DIE LINKE-Bündnis 90/DIE GRÜNEN sich verweigert. Und Dr. Ilja Seifert selbst mit all seiner MdB-Behinderten- und -Touristik-Kompetenz schaffte es für sein fortdauerndes politisches Weiterkommen ja nicht einmal mehr innerhalb seiner Partei DIE LINKE. im Bundesland Sachsen oder auf der letzten Tagung des Bundesausschuss, jeweils einen aussichtsreichen Listenplatz zu gewinnen.
Eine Petition mit dem Vorschlag, Ottmar Miles-Paul doch zum hauptamtlich wirkenden Behindertenbeauftragten der Bundesregierung zu machen zu fordern, würde ich sofort (!) unterschreiben.
Von Arnd Hellinger
Mein unten stehender Vorschlag ist durchaus ernst gemeint, denn es darf nicht länger so laufen, dass derart wichtige Ämter primär nach Parteienproporz vergeben werden, ohne die fachliche Kompetenz der jeweils Auserkorenen angemessen zu bewerten. Hüppe und Seifert haben sich in ihren bisherigen Funktionen durch Kompetenz und Engagement jeweils einen sehr guten Namen gemacht. Eine erneute Bestellung Hüppes sorgte zudem dafür, dass ohne Einarbeitungsphasen Team-Neubildungen etc. kontinuierlich gearbeitet werden könnte.
Also: Wer sich um Belanglosigkeiten wie Merkels Neujahrsansprache kümmern kann, sollte auch den Mut haben, sich um einen guten Behindertenbeauftragten zu kümmern.
Von Arnd Hellinger
Wie wäre es mit einer Petition bei change.org oder bundestag.de zu Gunsten von Hubert Hüppe oder Ilja Seifert als Behindertenbeauftragten der Bundesregierung???