Spatenstich für integrative Wohnanlage in Mainz
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: MSAGD RLP
Mainz (kobinet) In Mainz entsteht eine der ersten integrativen Wohnanlagen in Rheinland-Pfalz mit Wohnungen für über 200 Menschen.
Beim Spatenstich sagte der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer: "Ich freue mich sehr, dass mit Unterstützung des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums ein neues, integratives Wohnprojekt entsteht, das verschiedene Generationen von Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach vereinen wird." Besonders positiv dabei sei, dass neben stationären Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen auch selbstständiges Wohnen für Menschen mit Unterstützungsbedarf ermöglicht werden soll, unterstrich der Minister. "Mit der Stiftung kreuznacher diakonie haben wir für dieses Projekt einen verlässlichen und kompetenten Partner gefunden, der gemeinsam mit dem Dekanat Mainz die Trägerschaft übernommen hat", ergänzte Alexander Schweitzer. Das Evangelische Dekanat Mainz und die Evangelische Kirchengemeinde Mainz-Gonsenheim tragen das Konzept ideell mit.
"Die Heilpädagogischen Einrichtungen kreuznacher diakonie und die Seniorenhilfe kreuznacher diakonie werden in Mainz-Gonsenheim ein modernes Wohnkonzept realisieren", sagte die Geschäftsführerin der heilpädagogischen Einrichtung der kreuznacher diakonie Dr. Ilka Sax-Eckes. "Dabei werden für insgesamt 24 Menschen mit Behinderungen Wohnmöglichkeiten angeboten, davon für 18 Menschen ein stationäres Wohnangebot und für sechs Menschen mit Behinderungen ein selbstständiges Wohnangebot", erklärte Ilka Sax-Eckes.
"Das Konzept des neuartigen Wohnangebots geht von der Idee der gegenseitigen Unterstützung in einem gemeinsamen Wohnumfeld aus, egal ob alt oder jung, ob behindert oder nicht behindert", lobte der Minister das Projekt. So könnten beispielsweise ältere Menschen eine "Großelternfunktion" übernehmen und junge Familien oder Alleinerziehende bei Betreuungsengpässen unterstützen. Auch eine Mittagessenversorgung für ältere oder behinderte Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, selbst zu kochen, ist im Projekt vorgesehen, so Alexander Schweitzer. Als weiteren Pluspunkt der Wohnanlage nannte der Minister die gemeinsam nutzbaren Räumlichkeiten. Sie böten vielfältige Möglichkeiten der Begegnung und des Miteinanders. "Hier können die Menschen erzählen, sich austauschen, gemeinsam feiern oder sich einfach nur zum Kartenspielen treffen."
Ilka Sax-Eckes sagte, das Wohnprojekt beziehe auch gezielt junge Menschen über das Modell "Wohnen für Hilfe" mit ein. "Das Konzept sieht vor, dass Studierende günstigen Wohnraum beziehen können, wenn sie sich im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements im gemeinsamen Wohnprojekt einbringen. Dadurch wird das generationenübergreifende Zusammenleben gefördert und die Studentinnen und Studenten sammeln vielfältige Erfahrungen." "Die integrative Wohnanlage 'Leben in der Gemeinschaft' gilt als Modellprojekt der Landesregierung und soll im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitforschung mit Unterstützung des Landes evaluiert werden", so der Alexander Schweitzer. Die kreuznacher diakonie wertet derzeit die Angebote aus.
