Keine Vorzeigepuppe

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Verena Bentele
Verena Bentele
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Auf die breite Unterstützung, die Verena Bentele aus der Behindertenbewegung bekommt, verweist die Berliner Behindertenzeitung in ihrer Februar-Ausgabe. Im Leitartikel zur Berufung der 31-Jährigen als Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderte Menschen (Keine "Vorzeige-Puppe") betont Ilja Seifert die Anknüpfungspunkte für Aktionen und Konzepte, die nun zu nutzen seien.

Über die einstige Spitzensportlerin, die er auch persönllich kennen gelernt habe, schreibt der ehemalige Bundestagsabgeordnete: "Sie hört zu, ohne einem nach dem Munde zu reden. Sie gewinnt durch sympathisches Auftreten. Diese Eigenschaften paaren sich mit dem Selbstbewusstsein einer Siegerin. All das wird die junge Frau als Behindertenbeauftragte brauchen, wenn sie vom Berliner Kleisthaus aus gestaltend in die Verbesserung der Teilhabebedingungen für Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen eingreifen will. Darunter nicht zuletzt für diejenigen schwerstmehrfachbehinderten Menschen (und ihre Angehörigen), die keinerlei 'wirtschaftlich verwertbare Leistung' erbringen können."

Die Quereinsteigerin im Berliner Politikbetrieb sei als Wintersportlerin eisige Gegenwinde gewöhnt, so Seifert: "Wie sie der kalten Beamtenroutine und geheuchelter Geflissenheit des Regierungsapparats widersteht, muss sich erst noch erweisen. Wir können ihr – in unserm wohlverstandenen Eigeninteresse – nur von Herzen wünschen, dass sie sich nicht zur 'Vorzeige-Puppe' verbiegen lässt." Namens des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland sagte Seifert Kooperationsbereitschaft seines Verbandes zu.

Lesermeinungen zu “Keine Vorzeigepuppe” (2)

Von Inge Rosenberger

Danke an Ilja Seifert, der in dem Leitartikel zum Amstsantritt von Verena Bentele ausdrücklich die Einbeziehung von "schwerstmehrfachbehinderten Menschen (und ihre Angehörigen), die keinerlei 'wirtschaftlich verwertbare Leistung' erbringen können" anspricht.
Wie Gisela Maubach schon betont hat, ist das ein guter Schritt für die Bewusstseinsbildung!

Von Gisela Maubach

" . . . wenn sie vom Berliner Kleisthaus aus gestaltend in die Verbesserung der Teilhabebedingungen für Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen eingreifen will. Darunter nicht zuletzt für diejenigen schwerstmehrfachbehinderten Menschen (und ihre Angehörigen), die keinerlei 'wirtschaftlich verwertbare Leistung' erbringen können."

Herzlichen Dank für die Bewusstseinsbildung in Richtung Vielfalt!!!
Mein Marathon-erprobtes Herz überschlägt sich gerade vor Freude :-)