Potenziale eines inklusiven Arbeitsmarktes
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bonn (kobinet) Die Aktion Mensch will die Diskussion über einen inklusiven Arbeitsmarkt beleben. Habe ich nach Abschluss einer Förderschule die Chance auf einen Ausbildungsplatz oder ist ein Praktikum sinnvoller? Was muss ich bei einer Bewerbung beachten? Müssen Unternehmen barrierefreie Arbeitsplätze zur Verfügung stellen? Welche Fördermöglichkeiten im Beruf gibt es? Und wer berät Menschen mit Behinderung bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt? Diese und andere Fragen beantworten Experten und Expertinnen auf familienratgeber.de, dem Online-Service der Aktion Mensch.
Zwei Wochen lang - vom 17. Februar bis zum 2. März - können Menschen mit Behinderung ihre Fragen zum Thema Arbeit auf www.familienratgeber.de direkt an Fachleute richten. In dem Expertenforum antworten unter anderem Petra Strack, Personalleiterin bei der Aktion Mensch, Andrea Hennig, Referentin für Arbeit in der Bundesvereinigung Lebenshilfe, und Monika Labruier, Geschäftsführerin des Inklusionsunternehmens Füngeling Router.
Am 17. Februar diskutieren auf Einladung der Aktion Mensch in Düsseldorf 150 Unternehmer und Personalverantwortliche mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis über die Potenziale eines inklusiven Arbeitmarktes. Dort stellt Prof. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Instituts, die Ergebnisse des gemeinsam mit der Aktion Mensch entwickelten Inklusionsbarometers Arbeit vor. Dieses gibt Auskunft über den Grad der Inklusion in kleinen und mittelständischen Firmen und wird jährlich erhoben.

Von behindertenrecht
Die grundsätzlichen Fragen, fehlen in diesen Bericht und ohne sich diese zu stellen, kann die Frage " Haben behinderte Menschen nach Abschluss der Förderschule, Chancen auf einen Ausbildungsplatz ?" nur mit NEIN beantwortet werden .
Denn die grundsätzlichen Fragen sind doch : Wie sollen sich Menschen nach Abschluss der Förderschule, ohne persönliche Assistenz um einen Ausbildungsplatz bemühen ? Hätten sie mit persönlicher Assistenz , nicht bereits inculsive Bildungschancen gehabt ? Können Arbeitgeber, persönliche Assistenz ersetzen ?
Von Gisela Maubach
Zitat DanielM:
"Dabei sollte doch gerade die Arbeitsagentur ein Interesse daran haben, dass behinderte Menschen Ihren Lebensunterhalt mit einer "regulären" Arbeit selbstständig bestreiten können."
Warum sollte gerade die Arbeitsagentur ein Interesse daran haben?
Der Berufsbildungsbereich in der WfbM dauert maximal 2 Jahre, und danach muss die Arbeitsagentur keine Leistungen mehr für einen behinderten Menschen erbringen, der in der WfbM bleibt, denn der WfbM-Platz wird ab Arbeitsbereich über "Eingliederungshilfe" (= Sozialhilfe) finanziert, und der Lebensunterhalt wird ebenfalls über Sozialhilfe (Grundsicherung) finanziert.
Die Arbeitsagentur profitiert also eher davon, wenn behinderte Menschen in der WfbM - und somit beim Kostenträger Sozialhilfe - bleiben.
Aber auch wenn sich vereinzelt Menschen den Weg in die Gesellschaft außerhalb der WfbM erkämpfen - solange das grundsätzlich nur in Richtung Arbeitsmarkt erlaubt ist, bleibt es für all diejenigen eine Einbahnstraße, die wegen ihrer individuellen Behinderung nicht arbeiten KÖNNEN.
Und wenn der Weg aus der Werkstatt grundsätzlich nur über Leistungsfähigkeit möglich ist, ist Inklusion grundsätzlich unmöglich!
Von DanielM
Leider ist der Begriff "Inklusion" ob nun auf den Bereich Bildung, Freizeit oder Arbeit angewandt eine "Worthülse" d.h. es wird von allen an der Diskussion beteiligten Personen vorgegaukelt, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen die gleichen Rechte in allen Lebensbereichen / -lagen haben. Dem ist NICHT so!!!
Nach wie vor müssen Menschen mit Behinderung - unabhängig vom "Schweregrad" der Behinderten - 50%, 75% 100% - viel härter und verbissener um einen "regulären" Arbeitsplatz kämpfen.
Oftmals wird ihnen nämlich - auch wenn sie nicht stärker geistig behindert, sondern nur körperlich eingeschränkt sind - ein Platz in einer WfbM als "idealer" Arbeitsplatz verkauft.
Dabei sollte doch gerade die Arbeitsagentur ein Interesse daran haben, dass behinderte Menschen Ihren Lebensunterhalt mit einer "regulären" Arbeit selbstständig bestreiten können.
Um dies zu erreichen sind jedoch vielen Rückschläge und langjährige Kämpfe mit den zuständigen Behörden bzw. Betrieben nötig, die einen einstellen könnten es aber auf Grund der angeblichen "Hürden" nicht tun. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit von allen beteiligten Akteuren und Experten auf dem Gebiet zu leisten.
Von Inge Rosenberger
Es ist schon sehr aussagekräftig, dass unseren Töchtern und Söhnen spätestens nach Abschluss aller Bildungsmaßnahmen (egal ob ex- oder inklusiv) die weitere Teilhabe am Leben erschwert oder unmöglich gemacht wird.
Nach wie vor werden die gesamten Lebensbedingungen unserer erwachsenen Kinder ausschließlich an der fehlenden wirtschaftlichen Verwertbarkeit ihrer Fähigkeiten festgemacht, und es sollen jetzt und anscheinend auch in Zukunft andere, restriktivere Gesetze für sie gelten.
Im Moment geht die Diskussion um die Inklusion in allen Bereichen weit an den Menschen vorbei, die durch die Art und Schwere ihrer Behinderung nicht für sich selbst sprechen können.
Von Gisela Maubach
Inklusionsunternehmen . . .
Inklusionsbarometer . . .
inklusiver Arbeitsmarkt . . .
. . . die inflationäre Verwendung des Begriffes Inklusion ist erstaunlich . . .
. . . aber - solange der Begriff Inklusion grundsätzlich und ausschließlich nur dort Verwendung findet, wo eine gewisse Leistungsfähigkeit bei den gemeinsamen Aktivitäten notwendig ist, kann (!) wirkliche Inklusion gar nicht funktionieren!