Kritik an Vorschlag zum Einsatz von Ehrenamtlichen in der Pflege

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: SoVD

Hannover (kobinet) "Herr Laumann sollte sich lieber dafür einsetzen, dass Pflegekräfte besser bezahlt und pflegende Angehörige auch finanziell entlastet werden, anstatt so unbedacht über den Einsatz von Ehrenamtlichen bei der häuslichen Pflege daher zu reden", empört sich Adolf Bauer, Vorsitzender des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in Niedersachsen. Er kritisiert damit den Vorschlag des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, der dafür plädiert hatte, Ehrenamtliche als bezahlbare Hilfe zur Unterstützung in der Pflege heranzuziehen.

Viel wichtiger sei laut Bauer in diesem Zusammenhang, Angehörige zu unterstützen, indem beispielsweise die Politik dafür sorgt, dass Beruf und Pflege besser miteinander vereinbar sind. "Außerdem schafft Herr Laumanns Vorschlag beim drohenden Fachkräftemangel keine Abhilfe", betont Adolf Bauer. Anstatt eine Aufwandsentschädigung ähnlich einer Übungsleiterpauschale im Sport zu zahlen, müssten viel eher die Lohn- und Arbeitsbedingungen bei den Beschäftigten in der Pflegebranche massiv verbessert werden. Nur so könne die Wertschätzung für diesen wichtigen Beruf gesteigert und qualifizierter Nachwuchs gewonnen werden.

Für diese Punkte setzt sich der SoVD in Niedersachsen unter anderem im Bündnis für gute Pflege ein. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.buendnis-fuer-gute-pflege.de.

Lesermeinungen zu “Kritik an Vorschlag zum Einsatz von Ehrenamtlichen in der Pflege” (3)

Von behindertenrecht

Ehrenamtliche als bezahlte Helfer, benachteiligt andere ungelernte Kräfte, Angehörige und Arbeitslose .

Von Corina Zolle

Ich möchte nun wahrlich nicht Herrn Laumann das Wort reden, aber ich möchte es mal differenzierter sehen. Nicht alles muss von hoch qualifiziertem Personal ausgeführt werden. In der Assistenz sind mir meistens ungelernte Kräfte lieber als professionelle Pflegekräfte.

Von behindertenrecht

Fachkräftemangel in der Pflege ist ein ähnliches Problem, wie die Diagnosestellung von Demenz, Depression etc. durch Hausärzte, anstelle von Fachärzten .
Denn das Erkennen einer Situation und die individuelle Unterstützung, ist durch Ehrenamtliche noch schlechter möglich als durch nahe Angehörige und das kann fatale Folgen haben, d.h. nicht nur finanziell !