Spiele im Schatten der Krim-Krise

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Paralympics-Banner des ZDF mit Wölfen aus Sotschi
Paralympics-Banner des ZDF mit Wölfen aus Sotschi
Bild: ZDF

Berlin (kobinet) Überschattet von der weiter verschärften Krim-Krise beginnen heute im russischen Sotschi die paralympischen Winterspiele. Zur Eröffnungsshow, die ab 16:45 Uhr live im Zweiten Deutschen Fernsehen übertragen wird, erwartet der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, Sir Philip Craven, Rußlands Staatschef Wladimir Putin. Regierungsdelegationen der sieben führenden Industriestaaten (G7) sind aus Protest gegen das russische Vorgehen auf der 450 Kilometer entfernten zur Ukraine gehörenden Krim-Halbinsel nicht angereist. Ebenso fehlen Staatsgäste aus der Europäischen Union und weiteren Ländern.

Die ukrainische Mannschaft hat einen Tag vor Beginn der Spiele erneut auf die Krim-Krise aufmerksam gemacht. Beim Einzug in das Athletendorf hissten die Sportler gemeinsam ihre Nationalflagge und forderten mit Sprechchören "Frieden für die Ukraine". Ob die Ukrainer an den Paralympics teilnehmen werden, ist weiterhin unklar. Eine Sprecherin hatte zuvor mitgeteilt, man werde Sotschi verlassen, sollten sich die Russen nicht von der Krim zurückziehen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, reiste nicht wie geplant gestern nach Sotschi. Sie folgte einer Empfehlung des Auswärtigen Amtes. In einer Pressemitteilung betonte die ehemalige Biathletin ihre Unterstützung der Sportlerinnen und Sportler, die sich in Sotschi auf ihre Wettkämpfe vorbereiten.

„Ich bedaure sehr, dass ich nicht in Sotschi bei den Paralympics dabei sein und die Sportlerinnen und Sportler vor Ort unterstützen und anfeuern kann. Ich fahre zwar nicht nach Sotschi, aber ich zolle den Teilnehmern höchsten Respekt", erklärte Bentele. "Sie sollen antreten, denn sie haben sich lange auf die Paralympics vorbereitet und ich bin sicher, dass sie erfolgreich sein werden."

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland will ausführlich über die Winter-Paralympics berichten. Den Anfang macht das Zweite Deutsche Fernsehen. Mit Matthias Berg hat der Sender einen elffachen Gewinner paralympischer Goldmedaillen als Experten engagiert. Die Paralympics im ZDF.