Kurs Politik inklusiv in Tübingen

Veröffentlicht am von Christian Mayer

Bild vom Kurs
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Bild: Elvira Martin

Tübingen (kobinet) "Politik inklusiv: Nichts über uns ohne uns - Politische Teilhabe für Menschen mit und ohne Behinderung" lautet der Titel eines Volkshochschulkurses, der derzeit an der Volkshochschule in Tübingen stattfand. Am letzten Freitag ging es darum, wie die eigenen Interessen und Bedürfnisse vertreten werden können.

Gleich zu Beginn des Kurses waren die TeilnehmerInnen gefordert. Der Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg Gerd Weimer hatte sich bei einem informellen Treffen mit dem Referenten Ottmar Miles-Paul vor dem Kurs spontan bereit erklärt, seinen Terminkalender umzuschmeißen und für eine halbe Stunde zum Kurs dazu zu kommen. So ging es gleich mit einer praktischen Übung los, indem die TeilnehmerInnen 60 Sekunden Zeit hatten, sich vorzustellen und dem Landesbehindertenbeauftragten eine Botschaft mit auf den Weg zu geben. Die Umsetzung der Inklusion, inklusive kulturelle Angebote und das Thema Barrierefreiheit waren dabei die Topthemen. Auf diese Weise lernten die TeilnehmerInnen gleich zu Beginn, wie man Vorstellungsrunden nutzen kann, um seine Inhalte einzubringen. Gerd Weimer, der in Tübingen lebt, betonte, dass Tübingen in Sachen Behindertenpolitik und Beteiligungskultur viel zu bieten habe und versprach sich auch weiterhin für die genannten Themen stark zu machen.

Was braucht es, um eine Veranstaltung gut zu organisieren? Welche Bedürfnisse müssen berücksichtigt werden, um allen TeilnehmerInnen eine gleichberechtigte und inklusive Teilnahme zu ermöglichen? Und wie kann ich trotz meiner Einschränkung gleichberechtigt in der Politik mitmischen? Dies waren weitere Fragen, die in dem 2 1/2stündigen Kurs behandelt wurden. In den beiden Kursen zuvor hatten sie bereits die Möglichkeit, mit VertreterInnen aus der Politik und der Verwaltung zusammen zu kommen und zu lernen, wie Politik und Verwaltung funktioniert und wie behinderte Menschen sich dort einbringen können.

Zum Abschluss des von der Volkshochschule Tübingen und dem Forum & Fachstelle Inklusion gemeinsam organsierten Kurses hatten einzelne TeilnehmerInnen noch die Möglichkeit, in einem kurzen Interview Position zur Teilhabe behinderter Menschen zu beziehen. Für Armin Rist, der sich u.a. bei einem lokalen Radiosender in Tübingen engagiert, ist beispielsweise wichtig, dass sich Menschen im Sinne der Inklusion auf gleicher Augenhöhe begegnen. Wenn dies gelingt, sei es nicht mehr weit, dass sich Menschen mit Behinderungen in den Gemeinden begegnen. Zu tun gibt es für Armin Rist noch einiges, vor allem auf Landesebene in Sachen schulische Inklusion. So müsse das Landesschulgesetz weiter entwickelt werden und die LehrerInnen mitgenommen werden. "Wir brauchen ein gesichertes Schulgesetz zur Inklusion", fordert Armin Rist.

Das Thema barrierefreies Wohnen und eine gute Infrastruktur um im Stadtteil wohnen, einkaufen und an Veranstaltungen teilnehmen zu können, ist für Brigitte Duffner, die selbst einen Rollstuhl nutzt, besonders wichtig. Hier hat sich in Tübingen bereits einiges getan, gibt es aber noch viel zu tun. Vor allem, so Veronika Schaible, die sich besonders für eine barrierefreie Mobilität einsetzt, müsse sich aber das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung weiter entwickeln. Sie werde manchmal angeschaut wie ein Hund und es gäbe noch große Scheu von nichtbehinderten Menschen ganz normal mit behinderten Menschen umzugehen.