Erfahrungen zu Autismus und Transsexualität gesucht
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
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Kassel (kobinet) Ingvar Jordan plant, eine Dokumentation über die Kombination von Autismus-Spektrum-Störung (Asperger-Syndrom, Kanner-Autismus, High Functioning Autismus, Atpischer Autismus) und Transsexualismus zu erstellen. Denn wie der selbst Betroffene den Internetforen entnehmen kann, scheint es eine relativ große Schnittmenge von Autisten und Transmenschen zu geben. Schon deshalb verdient das Thema seiner Meinung nach entsprechende Beachtung.
"Es soll eine Sammlung von Erfahrungsberichten Betroffener werden, die ich im Internet veröffentlichen will. Dazu suche ich ein paar Betroffene, die mitmachen. Bisher gibt es meines Wissens noch keine Literatur zum Thema Transsexualität bei Menschen mit Autismus. Auf meinem Weg und auch hinterher lernte ich Ärzte und Therapeuten kennen, die mich oder andere Autisten mit diesem Wunsch nach Geschlechtsangleichung nicht ernst nahmen. Oder die sich aufgrund mangelnder Erfahrung auf einem der beiden Gebiete nicht trauten, mich bzw. andere Betroffene zu behandeln. Obwohl ich aus der Selbsthilfegruppe eine Sammlung von Adressen hatte, wurde es bei meiner Symptomatik die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dadurch wurde mir nicht nur der Mangel an Fachpersonal, sondern auch das Fehlen einer solchen Untersuchung bewusst", schreibt Ingvar Jordan.
Was will Ingvar Jordan mit der Broschüre erreichen? Die Broschüre soll einen Beitrag zur Aufklärung leisten: Von Betroffenen, Fachleuten und Angehörigen. Sie soll Mut machen und Ratgeber sein. Sie soll die Botschaft senden: "Auch Menschen mit Autismus und gegebenenfalls einer gleichzeitig vorliegenden psychischen Erkrankung oder mit Lernschwierigkeiten müssen mit ihrem Wunsch nach Geschlechtsangleichung ernst genommen werden! Und ich hoffe, damit auch einen Anstoß für die Forschung geben zu können", so Ingvar Jordan.
Wichtige Aspekte in den Erfahrungsberichten wären zum Beispiel: "Was ist anders bei einem Transmensch, der gleichzeitig eine Autismus-Spektrum-Störung hat? Was für Schwierigkeiten – besonders durch den Autismus bedingte – hatte ich auf dem Weg? Was für Lösungen gab/gibt es für mich? Ein grober Abriss von dem, was Gutachter sowieso interessiert: Diagnosen und Begleiterkrankungen, Behinderungen. Autobiographische Eckdaten: Kindheit, Jugend, Elternhaus, Schule, Ausbildung, Beruf, soziale und seelische Entwicklung. Wie hat das Umfeld darauf reagiert? Wie weit bin ich jetzt? Wie weit will ich gehen? Diejenigen, die erreicht haben, was sie wollten: Wie ergeht es mir jetzt? Gibt es diesbezüglich irgendwelche erwähnenswerten Dinge? Offen gebliebene Wünsche? Barrieren? Erleichterungen? Vielleicht gibt es auch noch Aspekte, die ich vergessen habe und die auch noch interessant wären. Wichtig ist: Jeder gibt nur soviel von sich preis, wie er möchte!", so Ingvar Jordan.
"Wegen Datenschutz würde ich dazu raten, Beiträge unter zwei Pseudonymen zu veröffentlichen: ein Pseudonym für den alten Namen, eins für den neuen. Da einige von uns – einschließlich mir – dazu neigen, besonders breit und ausführlich zu berichten: versucht, euch kurz zu fassen und euch auf das Wesentliche zu beschränken. Maximale Seitenzahl: 5 (wenn es gar nicht anders geht, kann es im Einzelfall auch etwas mehr sein). Deadline: September 2014." Antworten bitte an Ingvar Jordan per E-Mail unter [email protected]
