Empowerment Schulung beginnt in Bremen
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: Wiebke Schär ISL
Bremen (kobinet) In Bremen hat heute die dritte Empowerment Schulung unter dem Motto "Stärker werden und etwas verändern" begonnen. TeilnehmerInnen aus Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Niedersachsen erwerben bei dieser Schulung in vier Wochenend-Blöcken bis Ende Juni 2015 know how für eine bessere Mitwirkung bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und stärken sich gegenseitig.
Nachdem die ersten beiden von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) angebotenen und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen eines Modellprojektes geförderten Schulungen im Rahmen des Modellprojektes in Mainz und Erfurt schon laufen, beginnen in Bremen 13 weitere TeilnehmerInnen mit verschiedenen Behinderungen mit dem Schulungskurs. Im Mittelpunkt des ersten Treffens steht dabei das Kennenlernen der eigenen Potentiale und Rollen, ein Austausch mit dem Landesbehindertenbeauftragten des Landes Bremen und die Entwicklung eigener Projekte zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Diese werden dann im Laufe der Weiterbildung voran getrieben und umgesetzt.
"Diese Schulungen sind sehr praktisch angelegt. Das heißt, dass die TeilnehmerInnen selbst sehr viel Verantwortung übernehmen und die Hauptakteure bei der Erarbeitung der verschiedenen Inhalte sind. Dabei ist es besonders spannend, wie Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen zusammen arbeiten und zeigen können, was sie alles gemeinsam bewegen können, um die Welt ein Stück besser zu machen", erklärte Ottmar Miles-Paul, der die Schulung in Bremen zusammen mit Charlotte Wolff-Böcker leitet. "Am Ende steht dann hoffentlich ein umfangreicher Aktionsplan aller TeilnehmerInnen der Empowerment Schulungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention."
Ende Oktober startet in Erkner bei Berlin eine weitere Empowerment Schulung für behinderte Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen. Die Schulung in Mainz für behinderte Menschen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland endet bereits im November. Und in Erfurt ist derzeit Halbzeit bei der Schulung für behinderte Menschen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Bayern. Im März nächsten Jahres beginnt dann die letzte Schulung für behinderte Menschen aus Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Von Sven Drebes
Hallo Herr Gehrau,
interessanter Blogbeitrag.
Allerdings halte ich es für zu kurz gesprungen, alleine den Neoliberalismus für die Widerstände gegen Inklusion in Deutschland verantwortlich zu machen. Immerhin zählen Sie (ich gehe davon aus, Sie verweisen auf Ihren eigenen Blog) die USA als positives Beispiel auf. Und es gibt ja wohl keinen Staat, in dem der Neoliberalismus stärker ist. Zudem hat man in Deutschland schon Menschen sortiert, bevor es den Neoliberalismus überhaupt gab.
Ich denke eher, dass das, was heute Neoliberalismus heißt, hier auf den besonderen deutschen Konservatismus und die jahrzehntelange Propaganda vieler Einrichtungsträger getroffen ist, eine schlimme Mischung ergeben hat.
Von Alex Gehrau
Tolle Sache diese Schulung! ★
Im Blog www.alexkillbite.wordpress.com geht es um Inklusion im heutigen Zeitalter des Neoliberalismus und die Frage, ob diese beiden Positionen miteinander vereinbar sind. Der Artikel "Inklusion: Total behindert - Über gedeckelte Gelder und die große Frage nach dem Warum" beschäftigt sich außerdem mit den großen Widersprüchen des aktuellen Zeitgeists und versucht dabei, einen lösungsorientierten Weg aus dem vermeintlichen Dilemma zu finden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit, sondern um die formulierten Gedanken eines Heilerziehungspflegers und Betriebsrats von der Basis.