Anhörung zur Teilhabe behinderter Menschen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Heute Nachmittag findet eine öffentliche Anhörung von Sachverständigen des Bundestagsausschusses Arbeit und Soziales in Berlin zur Teilhabe behinderter Menschen statt. Für das Forum behinderter JuristInnen wird beispielsweise Nancy Poser deutlich machen, weshalb wir ein gutes Bundesteilhabegesetz brauchen und die Vorschläge des Forums dazu erläutern.

Die behindertenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Katrin Werner, weist im Vorfeld der heutigen Ausschussanhörung darauf hin, dass dabei auch die Meinungen von Sachverständigen zu Anträgen der Linksfraktion unter dem Motto "Bundesteilhabegesetz zügig vorlegen - Volle Teilhabe ohne Armut garantieren" sowie "Programm zur Beseitigung von Barrieren auflegen" zu hören sein werden. "Erfreulicherweise konnten wir als unsere Sachverständige Nancy Poser gewinnen. Als ehemalige Behindertenbeauftragte der Stadt Trier und Zivilrichterin am dortigen Amtsgericht schätze ich ihre Expertise sehr. Ich hoffe, dass einige Interessierte und Betroffene die Gelegenheit einer öffentlichen Anhörung nutzen und zu diesem Anlass ihren Weg in den Bundestag finden", so Katrin Werner.

Lesermeinungen zu “Anhörung zur Teilhabe behinderter Menschen” (8)

Von Dagmar B

Hallo Beamtenschreck

Im Ernst?

OK,Ich fand Sie hatte einen tatsächlichen Bezug zum Thema ,was man von einigen anderen Sachverständigen nicht behaupten kann.
Vielleicht wäre es auch bereichernd gewesen,wenn Lisa Pfahl, (Professorin am Institut für Rehabilitations-wissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin)z.b.Mutter einer schwer geistig behinderten Tochter wäre,die aufgrund der Schwere der Behinderung fristlos von einer Wfbm gekündigt worden wäre ,dann hätte Ihr Vortrag vielleicht auch einen Zugang zur Realität gefunden.......
Das könnte man so jetzt für jeden "Sachverständigen " weiterspinnen.......

Von Beamtenschreck

Nancy Poser hat die Anhörung sehr bereichert.
Sie war bedauerlicherweise die einzige Betroffene.

Hallo Dagmar,

worin lag mit der Anwesenheit von Nancy Posner, die Bereicherung dieser Anhörung?

Euer Beamtenschreck

Von Dagmar B

Nancy Poser hat die Anhörung sehr bereichert.
Sie war bedauerlicherweise die einzige Betroffene.
Zum Teil war die Anhörung gruselig.
Insbesondere die ökonomischen Überlegungen zur Einschränkung des Wunsch und Wahlrechts,sowie die Ablehnung einer Erweiterung des Wunsch und Wahlrechts aufgrund mangelhafter Umsetzungsmöglichkeiten(immerhin ist das dann schon mal aufgefallen) und der Vorwurf,Menschen mit erheblichen Beeinträchtigungen würden sich Bevorzugungen erschleichen......
Insgesamt war es eine Anhörung,die 80% aus ökonomischen Überlegungen bestanden hat.
Bedauerlicherweise gibt es bei einigen "Sachverständigen" keinerlei geschichtliche Reflexion, was die Ausgrenzung ,die lange vor den Nazis begonnen wurde, durch die Ökonomisierung für Folgen hatte.

http://www.badische-zeitung.de/breisach/ausstellung-ueber-den-krankenmord-im-nationalsozialismus--26247037.html

Zitat....
"Die Ökonomisierung der Problematik, dass Menschen auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen nicht für ihr eigenes Auskommen sorgen können", war laut Richter eine Begründung für die Einführung des menschenverachtenden Euthanasieprogramms der Nazis..................

Von Beamtenschreck


Liebe Freunde und Leidensgefährten,

vergesst heute Abend alles, was das Fernsehen so tolles bringt und schaut euch die gestrige Anhörung im Sozialausschuss des Bundestages an.

Wäre dass heute gewesen, hätte ich an einen Gag des Berliner Karnevalsverein gedacht, aber anscheinend ist dass tatsächlich passiert.

Wer die Redner genauer betrachtet, kann, bis auf einige Ausnahmen auch eine gewisse Unsicherheit in ihren Antworten erkennen.

Ist doch klar, wenn alle drei Tage neue Fragen aufkommen und auch beantwortet werden müssen wie es manchmal erwartet ist, dass hier der eine oder andere Sachverständige ins schwitzen kommt.

Wenn jeder, der heute glaubt mit seinen Ideen uns das Paradies auf erden bescheren zu können, sollte auch wissen, Weihnachten steht vor der Tür, nur der Wunschzettel allein, brachte noch nie die Augen zum glänzen.

http://www.bundestag.de/mediathek/?categorie=Ausschusssitzungen&action=search&mask=search&contentArea=common&instance=m187

Euer Beamtenschreck

Von Beamtenschreck


Den Link hier nochmal zu dieser abendfüllenden Lektüre.

http://www.reha-recht.de/infothek/aus-verbaenden-organisationen-institutionen/forum-behinderter-juristinnen-und-juristen-fbjj/

Sorry:

Von Beamtenschreck



"Erfreulicherweise konnten wir als unsere Sachverständige Nancy Poser gewinnen. Als ehemalige Behindertenbeauftragte der Stadt Trier und Zivilrichterin am dortigen Amtsgericht schätze ich ihre Expertise sehr.



Man ist begeistert, welche Unterstützung wir unwissenden hier erneut haben, wenn es darum geht, aus juristischer Sicht die Dringlichkeit eines seit 40 Jahren überfälligen, aber anscheinend überflüssigen Gesetz aus der Sicht von Politik und Leistungsträgern zu unserem wohle zu schaffen und endlich einmal zu verabschieden, wenn man nicht nur mit worten uns die volle Inklusion schönfärben möchte.


Nun meine Frage, wie oft hat man denn mit Sachverstand kleine Anfragen gestellt, oder sich mit fadenscheinigen Erklärungen aus dem BMAS oder ( der Bundesregierung ) hier abspeisen lassen und warum muss man immer wieder die Suppe neu aufwärmen, wenn man ernsthaft an unserem Schicksal interessiert ist, anstatt endlich mit Taten jenen, welche so gern endlich dies hätten, was man seit Jahrzehnten verspricht zu zeigen, wir meinen es ernst.

Beispiel:
http://www.reha-recht.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Infothek/Aus_den_Verb%C3%A4nden_und_Institutionen/Forum_behinderter_Juristinnen_und_Juristen/Gesetz_zur_Sozialen_Teilhabe_Mai_2013.pdf

Was wurde denn aus diesem Papier, oder schreiben die Herrschaften nur, weil schreiben Spaß macht?

Vielleicht will die Gegenseite es gar nicht hören, aber dann soll man es auch sagen und nicht uns Behinderten hier was vorgaukeln, wenn wir auf den Sachverstand unserer Vertreter angewiesen sind.

Euer Beamtenschreck

Von xxnorbixx

Ich finde es traurig, da so gut wie keine betroffene Gruppe zur Anhörung eingeladen hat. Auch hörbehinderte Menschen haben ihre Alltagsprobleme.
Hier wir's zu viel über die Arbeitsmarkt gesprochen und nicht im privaten Umfeld.

Von Kerstin

Diese Anhörung erachte ich sehr wichtig. Meine Frage: Wer ist von den "Betroffenen" mit dabei? Denn nur sie wissen wirklich, was sie brauchen, wie die Assistenz beispielsweise aussehen muss. Wichtig, nach wie vor, alle Leistungen müssen einkommens und vermögensunabhängig sein. Nur so, kann eine gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderung angestrebt werden.