Schwerelos im Rollstuhl
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: AWS Medienverlag
Ettlingen (kobinet) Eine Frau im Rolli, die unter Wasser einen Salto dreht, ist auf der neuen RehaTreff-Ausgabe (4/2014) zu sehen, die am Mittwoch erscheint. Es ist die britische Performance-Künstlerin Sue Austin. Sie möchte mit ihren Tauchfahrten eine gesellschaftliche Diskussion über das Thema Behinderung anregen, erfuhr kobinet vorab von der Redaktion des Magazins. „Viele Leute um mich herum verbinden einen Rollstuhl mit Beschränkung, Angst, Mitleid und Grenzen", erzählt sie in der Titelgeschichte.
Sie jedoch fand ihre erste Rollstuhlfahrt berauschend. Vor 18 Jahren hatte eine Krankheit sie so weit eingeschränkt, dass sie das Haus nicht mehr verlassen konnte. „Mit dem Rollstuhl konnte ich endlich wieder nach draußen. Es war ein unglaubliches Gefühl der Freiheit, endlich wieder mobil zu sein", erinnert sie sich. Sue Austin wählte die Kunst, um einen Imagewechsel zu bewirken: Eine Tauchausrüstung werde mit einem Gefühl von Freiheit und Abenteuer verbunden. Der Rollstuhl (noch) nicht. Sue Austin sorgte erstmals im Vorfeld der Paralympics 2012 in London für Aufsehen, inzwischen ist sie mit ihrem Unterwasser-Rolli auch in Deutschland aufgetreten. Dabei sitzen einige Zuschauer sogar mit Taucherflaschen bei ihr im Schwimmbecken.

Von Gisela Maubach
In dieser RehaTreff-Ausgabe findet man auf Seite 36/37 übrigens auch einen interessanten Beitrag von Manfred Sauer.
Dort sind zum Thema Inklusion folgende Zitate zu lesen:
"Vorausschicken möchte ich, dass es gut und überfällig ist, körperlich Behinderte, die beschulbar sind, in den normalen Schulbetrieb zu integrieren. Der Umgang mit diesen Körperbehinderten ist sicherlich für Nichtkörperbehinderte förderlich in der Entwicklung der sozialen Kompetenz."
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"Es ist schwer, dem Inklusionsgedanken eine ökonomische Komponente abzugewinnen, denn es entstehen zwangsläufig durch den Tourismus der Sonderschullehrer zusätzliche Kosten, ganz zu schweigen, ob dann dieser Beruf überhaupt noch attraktiv für Nachwuchs ist."
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"Die in der Presse bisher als gelungene Inklusion geschilderten Beispiele bezogen sich fast alle auf Kinder mit Down-Syndrom und da ging es in der Regel darum, Kinder, die zusammen die Grundschule besucht haben, nicht zu trennen. Auch das ist wirklichkeitsfremd, denn spätestens bei der Berufswahl findet eine Trennung statt."
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"Ich halte die Inklusion deshalb für kontraproduktiv, weil ich glaube, dass sich dadurch die Einstellung zu behinderten Menschen verschlechtert, wenn es in der Bildungspolitik dazu führt, dass schlichtweg weniger Wissen vermittelt wird."
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"Langfristig werden wir aber umdenken müssen zugunsten einer gesamtvolkswirtschaftlichen Betrachtung."
Soweit die Zitate aus der neuen RehaTreff-Ausgabe . . .