Wissenschaftliche Forschung widerlegt Geschichtskonstruktionen der Sonderpädagogik

Veröffentlicht am von Martin Ladstätter

Porträtfoto  Dr. Brigitte Schumann
Porträtfoto Dr. Brigitte Schumann
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Wien (kobinet) Unter dem Titel "Neubewertung der sonderpädagogischen Geschichte?" veröffentlichte heute BIZEPS-INFO einen Artikel der deutschen Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann.

Die Autorin berichtet darin ausführlich über eine umfangreiche Quellenforschung von Dagmar Hänsel, ehemalige Professorin für Schulpädagogik an der Universität Bielefeld, zum Thema "Sonderschullehrerausbildung im Nationalsozialismus": "Sie liefert damit die gesicherte wissenschaftliche Grundlage für eine Neubewertung sowohl der sonderpädagogischen Geschichte als auch der Geschichtsschreibung durch die Sonderpädagogik. Daraus lassen sich auch für die Gegenwart unabweisbare bildungspolitische Fragen zur Rolle der Sonderpädagogik ableiten."

 Sie schließt den sehr umfangreichen Artikel mit den Fragen: "Gibt nicht die Sonderpädagogik heute wie die Hilfsschulpädagogik damals vor, die 'besonderen' Kinder mit ihrer Diagnostik trennscharf von den 'anderen' identifizieren zu können, um sich mit ihrer Zuständigkeit für diese Kinder den allgemeinen Pädagogen als Entlastung anzubieten? Werden nicht damals wie heute die diagnostizierten, wenn auch mit einer unterschiedlichen Terminologie bezeichneten Kinder stigmatisiert und sind es nicht damals wie heute fast ausschließlich Kinder in Armut, für die die Sonderpädagogik ihre Zuständigkeit reklamiert?"