Aussicht auf Altersarmut macht mich krank

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Raul Krauthausen unterwegs am Laptop
Raul Krauthausen unterwegs am Laptop
Bild: Andi Weiland

Berlin (kobinet) In einem Interview mit Alexandra Ringendahl für die Frankfurter Rundschau spricht Raul Krauthausen auch darüber, was es für ihn bedeutet, dass sein Einkommen und Vermögen auf die für ihn nötigen Assistenzleistungen angerechtnet werden. Die Aussicht auf ein Leben in Altersarmut macht ihn krank, beschreibt Raul Krauthausen seine Situation.

Auf die Frage "Sie sind als Vorstandsvorsitzender der Sozialhelden Chef von zehn Angestellten. Wie viel arbeiten Sie und wie viel Geld dürfen Sie behalten?" antwortete Raul Krauthausen in der Frankfurter Rundschau: "Ich bin auf Assistenz angewiesen – also auf Menschen, die mir helfen, aus dem Bett zu kommen und mich anzuziehen. Diese finanziert das Sozialamt – mit dem Effekt, dass ich damit unter das Sozialhilfegesetz falle und nicht mehr verdienen darf als den doppelten Hartz-IV-Satz, also 768 Euro. Das ist für mich in der Verantwortung mit einer 60-Stunden-Woche weniger als der Mindestlohn. Noch fataler ist, dass ich weder sparen noch erben darf. Alles, was ich über diesen Grenzsatz verdiene, wird ab dem ersten Euro zu 80 Prozent eingezogen. Alles über 2600 Euro Rücklagen wird komplett eingezogen. Egal, wie viel ich arbeite, ich werde in der Altersarmut enden. Diese Aussicht macht mich krank." Weiter erklärte Raul Krauthausen: "Wenn ich den ganzen Tag RTL2 gucke, nehme ich genauso viel Hilfe in Anspruch. Seit 20 Jahren versprechen Bundesregierungen, daran etwas zu ändern, in dieser Legislatur gibt es wieder Beratungen. Assistenz müsste in einem neuen Teilhabegesetz einkommensunabhängig sein."

Link zum gesamten Interview in der Frankfurter Rundschau