Zahl der Organspender stabilisiert
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: DSO
Frankfurt am Main (kobinet) Die Zahl der Organspender stabilisiert sich auf niedrigem Niveau, informierte heute die Deutsche Stiftung Organtransplantation in Frankfurt am Main. Im Jahr 2014 gab es bundesweit 864 Organspender, damit ist die Spenderzahl nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (876). "Die Zahl der Organspender hat sich im vergangenen Jahr auf niedrigem Niveau stabilisiert. Trotz dieser Stabilisierung ist dies für die Patienten auf der Warteliste und ihre Angehörigen nach wie vor sehr bedrückend, da die Wartezeit aufgrund der niedrigen Zahl an Spenderorganen länger werden und die Chance auf eine Transplantation abnehmen kann," erläutert Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Stiftung.
In den Jahren 2013 und 2012 war die Spenderzahl noch um 16,3 Prozent bzw. 12,8 Prozent eingebrochen. Somit kamen im letzten Jahr in Deutschland 10,7 Spender auf eine Million Einwohner (2013: 10,9). Die Summe der in Deutschland gespendeten Organe blieb ebenfalls weitgehend konstant, sie verringerte sich im Vorjahresvergleich um 46 auf 2.989. Insgesamt wurden im Jahr 2014 in Deutschland 3.169 Organe aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert, im Vorjahr waren es 3.248. Nach Angaben der Stiftung Eurotransplant im niederländischen Leiden warten in Deutschland derzeit 10.585 Patienten auf ein Spenderorgan.

Von s.ka
Ach, schwierig. Ich bin traurig, dass die Zahl so gering ist, aber ich habe selber weder Organe noch Gewebe zur Entnahme freigegeben. Ich würde gerne Organe nach meinem Tod spenden, aber nach den aktuellen Regelungen und meinen Erfahrungen in Krankenhäusern, hätte ich Angst um mein Leben. Vielleicht sollte man eine andere Regelung finden für Menschen, die nicht anhand der bisherigern Hirntodkriterien als tot erklärt werden wollen (weil ich einfach zu viele Menschen persönlich kenne und schätze, die nach diesen Kriterien nicht mehr leben würden) und damit zusammenhängend die Ethikvorstellungen verschiedener Mediziner nicht teilen. Ich kann mir eine Spende nach einem tatsächlichen (nicht durch Verweigern von Intensivmedizin herbeigeführten) Herz-Kreislauf-Tod vorstellen. Damit könnte man vielleicht nicht mehr alle Organe und nicht mehr so erfolgversprechend verwerten, aber vielleicht hätten dann weniger Menschen Angst um ihr Leben als Organspender und die Spenderzahlen würden endlich steigen?
Gewebespenden sind zusätzlich schwierig: Macht man jetzt das Kreuz für Gewebespenden, dann gibt man meines Wissens sein Gewebe auch für die wirtschaftliche Verwertung frei.
Ich kann mir z.B. vostellen, Knochenmark zu spenden, will aber nicht mit meiner Typisierung in der Spenderdatei geführt werden. Vielleicht sollte man auch eine Sucher-Datei veröffentlichen, damit ich selber sehen kann, ob meine Typisierung passt und mich entsprechend für einen spezifischen Abgleich melden kann?