SAS ohne Bordrollstuhl

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Blick aus dem Fenster des SAS-Fliegers
Blick aus dem Fenster des SAS-Fliegers
Bild: Kay Macquarrie

Umea (kobinet) Die skandinavische Fluggesellschaft SAS widersetzt sich amtsrichterlichem Beschluss und weigert sich beharrlich einen Bordrollstuhl mitzuführen. Das erfuhr kobinet heute von Kay Macquarrie mit vielen Grüßen aus Schweden. Morgen geht sein Rückflug über Stockholm nach Hamburg. Die Anfrage einen Bordrollstuhl für die Rückflüge verfügbar zu machen, blieb unbeantwortet. "Es ist das erste Mal, dass sich eine Airline weigert einen Bordrollstuhl bereitzustellen trotz eines amtsrichterlichen Beschlusses", stellt Kay Macquarrie fest. "Man fragt sich, was hat SAS eigentlich zu verlieren, wenn sie ein solches Vehikel verfügbar macht - so wie es die EU-Verordnung implizit vorsieht?"

Der Rollstuhlfahrer ist von Berufs wegen viel unterwegs und hatte für den 23. Februar 2015 einen Flug von Hamburg über Stockholm nach Umea gebucht. Mit einer einstweiligen Verfügung wollte der Vielflieger erreichen, dass ein Bordrollstuhl mitgeführt wird (kobinet 9.2.2015). Doch obwohl das Amtsgericht Hamburg mit Beschluss vom 13. Februar der Airline aufgegeben hatte, auf den Flügen Bordrollstühle mitzuführen, tat SAS dies bisher nicht.

"Offiziell setzt die schwedische Politik seit langem auf Inklusion von Menschen mit Behinderung. Dazu gehört auch die freie Wahl von Transportmitteln", so Macquarrie auf seiner Webseite recht auf klo. "Warum Scandinavian Airlines sich dann so schwer tut mit der Bereitstellung eines Bordrollstuhls? Das ist unklar."