Inklusion braucht Beispiele gelungener Praxis

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Düsseldorf (kobinet) Nordrhein-Westfalen bekommt ein Inklusionskataster, in dem gelungene Projekte, Maßnahmen und Initiativen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen gesammelt, dokumentiert und online abgerufen werden können. "Wer die Welt verändern will, muss überzeugend argumentieren. Und für den Fortschritt bei der Inklusion ist nichts so überzeugend, wie die gelungene Praxis", sagte der nordrhein-westfälische Sozialminister Guntram Schneider zur Vorstellung des neuen Inklusionskatasters.

"Wir wollen damit Anregungen für die Entwicklung neuer Projekte und Initiativen geben", so Guntram Schneider. "Denn warum soll man Inklusion neu erfinden, wenn es längst gelungene Beispiele gibt, die so oder so ähnlich auch anderorts verwirklicht werden könnten." Darüber hinaus sei das Inklusionskataster auch eine gute Informationsquelle für Menschen mit Behinderungen, die auf der Suche nach geeigneten Angeboten sind.

Die ersten vorbildhaften Inklusionsprojekte sind jetzt online gestellt worden. Beispielsweise "Eifel barrierefrei", eine Initiative des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn–Eifel. Dargestellt werden mehr als 70 Angebote, mit denen Menschen mit Behinderungen den Naturpark barrierefrei erleben können. Ein anderes Beispiel ist die "Künstlergruppe Nebelhorn" in Schermbeck (Kreis Wesel). Menschen mit und ohne Behinderungen finden hier ein offenes Atelier, in dem sie sich unter Anleitung eines Künstlers kreativ betätigen können. Und ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen in Heek (Kreis Borken) hat mit Unterstützung des Landesprogramms "Integration unternehmen!" eine Integrationsabteilung gegründet, in der Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam als Gärtnerinnen und Gärtner tätig sind.

Das Inklusionskataster wird fortlaufend neue Projekte unter anderem aus den Bereichen Wohnen, Arbeit, Freizeit, Bildung, Kultur, Politik und Gesundheit aufnehmen und auf seiner Internetseite darstellen. Hierzu gibt es ein unkompliziertes Verfahren, mit dem Projekte sich online für die Aufnahme in das Kataster bewerben können.

"Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet uns, die Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu verbessern", so Minister Schneider. "Oft scheitert dies ganz einfach daran, dass Verantwortliche in Betrieben, Verwaltungen, Schulen, Krankenhäusern oder Kultureinrichtungen noch zu wenig darüber wissen, wie Barrieren praktisch abgebaut werden können." Deshalb sei es gut, dass die Organisationen der Menschen mit Behinderungen, die Kommunalen Spitzenverbände und die Landschaftsverbände, die Regionaldirektion NRW der Agentur für Arbeit, die Wohlfahrtsverbände und viele Andere ihre Bereitschaft zur Mitarbeit am Inklusionskataster erklärt haben.

Das Inklusionskataster ist ein zentrales Projekt im Rahmen des Aktionsplans der Landesregierung "Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv". Das Kataster wird beim Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen geführt. www.inklusive-gemeinwesen.nrw.de

Lesermeinungen zu “Inklusion braucht Beispiele gelungener Praxis” (6)

Von lehmä

Hab‘ vergessen zu sagen wo: Natürlich im Eurovision Song Contest in Wien, Österreich!

Von lehmä

Schauen wir mal über unseren Tellerrand: Folgende Information zur „Teilhabe“ und Inklusion: am 19. Mai tritt im ersten Semifinale nach 5 anderen Bands die finnische Punk-Band PKN auf; unterstützen wir sie: Pertti Kurikka, Kari Aalto, Sami Helle und Toni Välitalo!

Von lehmä

Ich kann es mir nicht verkneifen:
Saturn: „So muss Technik“
warum dann nicht:
NRW: „So muss Inklusionskataster“

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916

Nachtrag:

Herr Schneider präsentierte uns hier das Ergebnis einer Studie, welche sein Ministerium in Auftrag gegeben hatte.

ZItat:


/ zpe / projekte / inklusivegemeinwesen /

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Inklusive Gemeinwesen planen - "InkluPlan"

Eine wissenschaftliche Untersuchung kommunalplanerischer Aktivitäten zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention Nordrhein-Westfalen


Das Zentrum für Planung und Evaluation sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen führte im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS) ein Forschungsprojekt durch, welches die unterschiedlichen Planungstraditionen in nordrhein-westfälischen Kommunen analysierte. Erarbeitet wurde eine Arbeitshilfe zur Planung und Gestaltung inklusiver Gemeinwesen, die an unterschiedliche kommunale Konstellationen anschlussfähig ist. Im Zuge der Forschungsarbeiten wurden Beispiele guter Praxis in Nordrhein-Westfalen und anderen europäischen Regionen identifiziert und analysiert.

InkluPlan


Aktualisiert via XIMS am 8.5.2014 von M. Windisch

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916

Bei der Recherche fand ich folgenden Beitrag, welcher mich zum Begriff Kataster aufklärte und dessen Bedeutung zur Inklusion.

Inklusionskataster

nrw-inklusiv-logo

Inklusion erfolgreich und gemeinsam umsetzen - Aufbau einer Internetplattform mit Beispielen gelingender Inklusion

Inklusion erfolgreich und gemeinsam umsetzen - Aufbau einer Internetplattform mit Beispielen gelingender Inklusion

Gemeinsam mit dem MAIS plant das ZPE derzeit das neue Projekt „Inklusionskataster“, das voraussichtlich im Sommer 2014 starten wird. Es baut auf dem Projekt „Inklusive Gemeinwesen planen – InkluPlan“ auf. Konkret geht es bei diesem Projekt um die Entwicklung einer Internetplattform, auf der Projektbeispiele, Projektideen und Planungsaktivitäten zur Entwicklung inklusiver Gemeinwesen zu finden sind. Die Projektlaufzeit soll drei Jahre umfassen. Mit diesem Vorhaben wird das Anliegen des MAIS aufgegriffen, die Kommunen und andere Akteure bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu unterstützen. Für die Entwicklung einer inklusiven Infrastruktur ist die lokale Ebene unbeschadet der Zuständigkeit und Ansiedlung der Akteure im politischen und gesellschaftlichen System von grundlegender Bedeutung. Hier müssen die verschiedenen und von den unterschiedlichen Akteuren zu verantworteten Aktivitäten zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zusammenlaufen, um die inklusive Öffnung von Systemen und Organisation zu realisieren und Teilhabe aller Menschen am Leben der Gesellschaft zu ermöglichen. Die dazu vom ZPE mit einem Focus auf kommunale Planung erstellte Arbeitshilfe wird ergänzt und erweitert durch eine interaktive und dynamisch zu entwickelnde Internetplattform auf der Kommunen und alle weiteren interessierten Akteure Anregungen zur Entwicklung eines inklusiven Gemeinwesens finden.

Aktualisiert via XIMS am 22.5.2014, von T.Gläser

Man findet dazu auf der Seite der UNI Siegen - weitere Informationen. Zumindest ich stelle hier mal keine so hohen Erwartungen an wenn man allein diesen Kurzbeitrag liest aus welchem erneut die Bürokratisierung deutlich hervorgeht und welche anscheinend wieder zu erwarten ist.

Zum Glück lebe ich momentan noch in Bayern und bis dass kommt, läuft noch viel Wasser die Isar runter.

Wolfgang Ritter

Von Gisela Maubach


"Inklusionskataster" . . .
. . . die Kreativität bei der Zweckentfremdung des Begriffes Inklusion scheint wirklich grenzenlos zu sein - insbesondere in NRW.
Wenn das "Inklusionskataster" ein zentrales Projekt im Rahmen des NRW-Aktionsplans sein soll, dürfen wir gespannt sein, wie die Werkstatt-Gebundenheit von Eingliederungshilfe für bestimmte Personengruppen in diesem "Kataster" geführt wird.

"Inklusionskataster" - was für ein Wort! Das muss unbedingt im DUDEN aufgenommen werden!