Deutschland: Sonderschulen abschaffen
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: mittendrin e.V.
Köln (kobinet) UNO: Deutschland soll endlich Förderschulen abbauen - UN-Fachausschuss sieht nach der Staatenprüfung gravierende Versäumnisse bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, so fasst heute der Elternverein mittendrin e.V. aus seiner Sicht das Ergebnis der Staatenprüfung zusammen. Der UN-Fachausschuss in Genf habe seine Besorgnis geäußert, dass in Deutschland auch sechs Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention immer noch die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung Sonderschulen besuchen.
Der UN-Fachausschuss habe Deutschland nun dringend empfohlen
- sofort Maßnahmen zu ergreifen, um ein inklusives Bildungssystem in allen Bundesländern zu durchzusetzen,
- die Förderschulen abzubauen, um Inklusion zu ermöglichen und unmittelbar allen SchülerInnen mit Behinderung den Weg in die allgemeine Schule zu ermöglichen,
- die Schulen entsprechend auszustatten
- und die Lehrerausbildung zu reformieren.
Dokumentiert werden die Empfehlungen zu Artikel 24 der Konvention (inklusive Bildung) im englischen Original:
Education (art. 24)
45. The Committee is concerned that the State party has an education system where the majority of students with disabilities attend segregated special-needs schools.
46. The Committee recommends that the State party:
(a) Immediately develop a strategy, action plan, timeline and targets to provide access to a high quality inclusive education system across all Länder, including the required financial resources and personnel at all levels;
(b) Scale down segregated schools to facilitate inclusion, and recommends that the law and policies uphold the duty that mainstream schools enroll children with disabilities with immediate effect if that is their choice;
(c) Ensure reasonable accommodation is provided at all levels of education, and be legally enforceable and justiciable before the courts;
(d) Ensure training of all teachers in inclusive education and increased accessibility of the school environment, materials and curricula, and the provision of sign language in mainstream schools, including at the post-doctoral level.

Von Gerti
@ lehmä
Guten Tag lehmä,
Nachdenken kann schon mal gefährlich sein. Aber was ist die Alternative? Sich kleinzumachen? Das ist mir zu unattraktiv und bringt (mich) nicht weiter.
Was mich an der Aussage der Jugendamtsleiterin der Stadt Chemnitz ebenso erheblich stört ist das Selbstgefällige, mit der die Dame in der Presse zitiert wird.
Die Veröffentlichungen (Presseartikel und der Auftritt der Protagnost.innen, Mitarbeiter.innen der Sonderschule auf der Homepage derselben) sagen einmal mehr, wie dort an der Schule die Stimmung zu sein scheint und offensichtlich auch ist: die Kinder und Jugendlichen, die an der Schule lernen und im Internat wohnen, werden so 'erzogen', dass ihnen eingeredet wird, sie seien mit Defiziten bepflastert, behaftet. Mein Kind würde ich entweder nie an der genannten Sonderschule einschulen oder aber (sollte das Kind dort gelandet sein) von jener Schule wieder runternehmen. Kleinmachen, erniedrigen lassen (auch nicht auf subtile Weise) ließe ich mein Kind nicht.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.
Viele Grüße,
Gerti.
Von lehmä
@Gerti
Was erwarten wir denn eigentlich, ist doch alles super! Kann nicht besser sein weder in Sachsen noch anderswo – hier in dieser unserer Republik. Wir können stolz sein. Nachdenken ist gefährlich!
Von Gerti
In Chemnitz / Sachsen wird gerade eine niegelnagelneue Sonderschule gebaut. Der Bau der neuen Sonderschule (vorgesehen für körperlich beeinträchtigte Kinder und Jungendliche sowie [schwerst]mehrfachbehinderte Kinder- und Jugendliche) wird von der regionalen Presse intensiv journalistisch mit Berichterstattung begleitet.
Hier schreibt die Wochenzeitung "Blick" mit Datum vom
13.12.2014 über die Sonderschule in neuem Gebäude in spe.
Sinngemäß sagte die Chemnitzer Jugendamtsleiterin gegenüber der Wochenzeitung "Blick", dass in der Chemnitzer Sonderschule die Schüler.innen nicht auf die Behinderung reduziert werden sollen, sondern jede.r Schüler.in seinen Weg ins Leben finden solle.
Die Worte der Jugendamtsleiterin bringen mich sehr zum Nachdenken: Demnach gehören die in Chemnitz an der oben genannten Sonderschule weilenden Kinderta-Kinder und Schüler.innen (Einzuggebiet der Sonderschule: von der Gegend um Penig / Sachsen bis hin zur tschechischen Grenze im oberen Erzgebirge bis Vogtland und Westachsen) nicht von Anfang an zum Leben und zur Gesellschaft, sondern müssen sich den Weg ins Leben erst selber bahnen / erkämpfen. Die Aussage der Jugendamtsleiterin vom Jugendamt in Chemnitz halte ich, mit Verlaub, im politisch rechtslastigen Milieu verankert,
(Unfreiwillig?) gibt die Jugendamtsleiterin der Stadt Chemnitz gegenüber der Wochenzeitung "Blick" zu Protokoll, dass (aus ihrer Sicht) behinderte Kinder und Jugendliche weniger Wert seien als nichtbehinderte Gleichaltrige, denen sofort das Leben (in der Gesellschaft) zugestanden wird.
Was ist da gesellschaftlich los in Chemnitz / Sachsen??????????
Die gesamte Veröffentlichung der Wochenzeitung "Blick", Chemnitz / Sachsen, siehe hier zum Nachlesen: http://www.chemkoe.de/Zeitung8/index.html
Von lehmä
Und was nützt es behinderten Menschen, wenn ihnen vom Kindergartenalter bis in die Schule jegliche „Produktionsmittel“ – wie Spiele, Bücher, adäquate Lesegeräte, PC’s, etc. – vorenthalten werden, so dass sie qua „Behinderung“ weder auf ihre je indivuelle Art spielen, schreiben, lesen, rechnen .. lernen dürfen. Man stelle man sich ein Studium der Literaturwissenschaften ohne Literatur … vor, ein Medizinstudium ohne adäqaute Ausstattung vor. Welch Protestgeschrei würde sich da erheben?
Von Wolfgang Ritter__deleted__033916
Zitat:
"Donnerstag, 16. April 2015 19:59
Verena Bentele hält sich sportlich fit für den politischen Job im Kleisthaus. Sie hat bereits den Frühling begrüßt und die ersten Höhenmeter mit dem Rennrad in den Bergen erklommen. Das hat ihre Kondition auch "für die politischen Hügel und Berge weiter gestärkt".
Hallo Frau Kestner,
nicht so boshaft am Montag gleich wieder. Es wird alles getan, was in unserer Macht steht, mit Fitness die Sonderschulen zu erhalten. Denken Sie positiv, viele hatten in der Natur schon die tollsten Einfälle aus denen nie was wurde.
Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Ritter
Von Karin Kestner
und was werden wir zu hören und lesen bekommen auf diese Empfehlungen?
"Oh, da können wir leider nichts machen, denn das ist ja Ländersache...."
Die abschließenden Bemerkungen sind eine Klatsche ohne Gleichen - Deutschland wird in ca. 60 Punkten kritisiert und aufgefordert Gesetze zu ändern!
Ich bin froh, dass der Ausschuss sich nicht von der großen Delegation aus der Regierung hat blenden lassen!
Dass es in Deutschland kaum Rechte für Menschen mit Behinderungen gibt - ist Fakt. Jeder Tag ist ein einziger Kampf, Betteln und Klagen.
Karin Kestner