Reform der Eingliederungshilfe nicht verspielen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Adolf Bauer
Adolf Bauer
Bild: SoVD

Berlin (kobinet) Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt: Reform der Eingliederungshilfe nicht verspielen! „Das Bundesteilhabegesetz darf nicht scheitern. Denn eine wirksamere Teilhabe behinderter Menschen ist überfällig", erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer anlässlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai. Zu den SoVD-Kernforderungen gehört, dass die Teilhabeleistungen in Zukunft einkommens- und vermögensunabhängig gewährt werden. Deshalb setzt sich der Verband dafür ein, die Unterstützungsleistungen behinderter Menschen aus der Sozialhilfe herauszulösen.

„Wenn es dabei bleibt, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Koppelung der Reform mit einer Entlastung der Sozialhaushalte nicht länger gilt, droht das sozialpolitisch tiefgreifende Projekt an die Wand zu fahren. Deshalb kommt es darauf an, jetzt die finanziellen Spielräume zu gestalten. Und zwar bevor das Gesetz verabschiedet wird", sagt Bauer. Bisher war das geplante Bundesteilhabegesetz mit einer jährlichen Entlastung der Kommunen in Höhe von fünf Milliarden Euro verknüpft. Am 18. März hatte die Bundesregierung diese Verbindung gelöst und damit scharfe Kritik hervorgerufen.

Lesermeinungen zu “Reform der Eingliederungshilfe nicht verspielen” (1)

Von Gisela Maubach

"Zu den SoVD-Kernforderungen gehört, dass die Teilhabeleistungen in Zukunft einkommens- und vermögensunabhängig gewährt werden. Deshalb setzt sich der Verband dafür ein, die Unterstützungsleistungen behinderter Menschen aus der Sozialhilfe herauszulösen."

Und da auch hier wieder "vergessen" wurde, dass DIE (!) Unterstützungsleistungen für ganze Personengruppen immer noch einrichtungsgebunden sind, müsste noch hinzugefügt werden, dass die Einrichtungsgebundenheit (grundsätzlich) in Wahlfreiheit abzuändern wäre, damit niemand mehr von einem inkusiven Tagesablauf ausgeschlossen werden darf.