Behinderung und Medien - noch viel zu tun
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: Rolf Barthel
Berlin (kobinet) Dass es beim Thema Behinderung und Medien noch viel zu tun gibt, zeigt ein Interview mit Raul Krauthausen, das auf der Internetplattform "Pressesprecher" veröffentlicht wurde.
"Raúl Aguayo-Krauthausen, Gründer der NGO Sozialhelden, erklärt im Interview, was Journalisten in der Berichterstattung über Menschen mit Behinderung beachten sollten – und warum sich jeder PRler mit dem Thema Inklusion beschäftigen sollte", heißt es in der Ankündigung des Videos.
Link zum Interview mit Raul Krauthausen

Von Axel Sänger
Der Begriff "Medien" bezeichnet bereits, dass sich diese "Instanz" als ein Mittel, ein "Mittler" versteht. Alle Erscheinungen in einer Kultur, das heißt, die ganze Vielfalt der Erscheinungen, bilden die Medien nicht ab. Sie orientieren sich in ihren Mittlerdiensten an einzelnen Interessen, die einem anonymen Publikum zugänglich sind. Es ist nicht nur von Bedeutung, was die Medien "vermitteln", sondern mehr das, was in der Wahrnehmung derer ankommt, die unvermittelt auf sie stoßen und ihre Produkte konsumieren. Jedem Medium wohnen die technischen Mittel ihrer Erzeugung inne. Auf diese Weise ist das Ansehen oder Horen ihres Produkts immer das, was der Sehende oder Hörende aus seiner Erinnerung mit ihr verbinden kann. Was der ursprüngliche sinn oder Inhalt der Nachricht der Medien ist, bleibt dem Konsumenten ihrer Produkte stets verschlossen. Das gilt auch für die Darstellung "Behinderter", die nicht zugleich von sich aus vermitteln können, dass sie "ver"hindert waren, ihre ganz persönlichen Vorstellungen in solche Produkte einfließen zu lassen. Was immer an speziellen Befindlichkeiten an Andere vermittelt werden soll, eignet sich nicht für die mediale Übermittlung durch Andere.
Von Gerti
@ nurhessen:
An welche Adresse geht die Übersetzung? Ins Irgendwohin versende ich nichts.
Ich habe gerade nochmal auf die Seite information.dk geguckt; die Reportage ist noch auf der Homepage zu lesen. Es sind nicht mehr Leserbriefe zu den zwei bereits vorhandenen Leserbriefen dazugekommen.
Von nurhessen
Da ich kein Dänisch verstehe, wäre es schön, etwas von den Berichten zu den Bildern und/oder den Leserbriefen genauer zu erfahren.
Von Gerti
Ergänzung:
Vor allem wunderschöne Fotos. Keine Entstellungen, wie sonst so oft Behinderte fotografisch abgebildet werden.
Die zwei Leserbriefe finde ich ebenfalls lesenswert.
Von Gerti
Reportage an Hand eines vorangegangenen Besuches einer Wohngemeinschaft für Entwicklungsgehemmmte in Kopenhagen.
In Dänemark werden Behinderte, die in Deutschland als Geistigbehinderte bezeichnet werden, entweder als Entwicklungsgehemmmte oder als Vermögensschwache (Vermögen, im Sinne von Können) bezeichnet.
Die Reportage finde ich sehr lesenswert und spreche eine Empfehlung aus, den Text zu lesen, siehe http://www.information.dk/533348
Die Journalistin Line Vaaben hat nicht über die Bewohner_innen hinweg berichtet, sondern die Bewohner_innen interviewt.
P.S.: Das von Line Vaaben Berichtete kann nicht auf alle Ecken Dänemarks abgebildet werden. Hier gibt es doch regional mitunter deutliche Unterschiede; selbst innerhalb Kopenhagens, von Wohngemeinschaft zu Wohngemeinschaft; von Wohnheim zu Wohnheim.