Sicherheit statt Altersarmut
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Paritätischer
Berlin (kobinet) Als eindeutig gescheitert bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband das Modell der "Riester-Rente" anlässlich einer heute bekannt gewordenen Studie des DIW und der FU Berlin, nach der ein Großteil und zwar fast 40 Prozent der staatlichen Riester-Zulagen an Personen mit ohnehin überdurchschnittlichem Einkommen gehen. Der Verband fordert vor diesem Hintergrund die Bundesregierung auf, zu prüfen, die Zulagen für Neuabschlüsse drastisch zu reduzieren und stattdessen das Rentenniveau wieder auf fünfzig Prozent anzuheben.
"Die Riesterrente erreicht Niedrigverdiener ganz offensichtlich nicht. Sie erzeugt in erster Linie Mitnahmeeffekte für Besserverdienende in Milliardenhöhe und leistet nichts zur Bekämpfung der auf uns zurollenden Altersarmut", kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Die 2001 beschlossene Riester-Rente sei nicht geeignet, auch nur die Verluste durch die fortschreitende Absenkung des Rentenniveaus auszugleichen. Gerade für diejenigen, die eine staatliche Förderung am meisten gebrauchen könnten, sei das Riestern nichts, da schon die monatlichen Beiträge eine zu hohe Belastung darstellten und etwaige Erträge am Ende ohnehin auf die Altersgrundsicherung angerechnet würden. Derzeit bestünden überhaupt nur 16 Millionen Riester-Verträge, von denen aber etwa ein Fünftel "ruhend" gestellt worden sei, weil sich die Versicherten die Beitragszahlungen nicht mehr leisten können. Von über 34 Millionen Menschen, die Anspruch auf eine Zulage hätten, würden also faktisch gerade einmal 37 Prozent erreicht, so der Verband.
