Weiterbildung in Peer Counseling

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Gruppenfoto von der bifos-Mitgliederversammlung
Gruppenfoto von der bifos-Mitgliederversammlung
Bild: bifos

Kassel (kobinet) Im September startet die 13. Peer Counseling Weiterbildung des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos). Aufgrund der vielen Bewerbungen musste der bifos e.V. bedauerlicherweise vielen interessierten behinderten Bewerberinnen und Bewerbern eine Absage erteilen bzw. sie auf die folgenden Weiterbildungen vertrösten, erfuhr kobinet vom Veranstalter. Erfreulich sei jedoch, dass sich diesmal seit längerer Zeit wieder gehörlose Bewerberinnen und Bewerber zur Peer Counseling Weiterbildung angemeldet haben, die bis Ende Oktober 2016 stattfinden wird.

Peer Counseling (Beratung von behinderten Menschen für behinderte Menschen) wird häufig als die pädagogische Methode der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung behinderter Menschen bezeichnet. In der UN-Behindertenrechtskonvention wird in Artikel 24 und Artikel 26 auf diese spezielle Förderung verwiesen. Der Begriff „Peer Support“ findet sich jedoch nicht in der offiziellen deutschen Übersetzung, sondern ist in der rechtsverbindlichen englischen Version zu finden. Vor allem in den Zentren für selbstbestimmtes Leben (ZsL) wird diese Methode professionell eingesetzt.

In den ZsL wird auch nicht nach bestimmten gesetzlichen Grundlagen oder einer bestimmten medizinischen Schädigung beraten. In den ZsL wird behinderungsübergreifend und ganzheitlich beraten. Uwe Frevert, Sprecher des Trainer- und Trainerinnen-Teams: „Es ist schon erstaunlich, dass gerade Rehabilitationseinrichtungen und Berufsbildungswerke der Behindertenhilfe kaum behinderte Arbeitnehmer vorweisen können. So arbeiten z.B. im ZsL Kassel ca. 50 Schwerbehinderte in der Geschäftsführung, Regie, Verwaltung und Hauswirtschaft. Offensichtlich glauben die klassischen Einrichtungen der Behindertenhilfe nicht an den Erfolg ihrer eigenen Leistung zur Rehabilitation.“

Wie in den vorangegangenen Weiterbildungen des bifos e.V. ist Ziel, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ermöglichen, in Zukunft ihre Behinderung konstruktiv in der Beratung von Menschen mit Behinderungen für Menschen mit Behinderungen einzubringen. Vom 17. bis 18. Juli 2015 fand in Kassel die Mitgliederversammlung des bifos e.V. statt. Dabei wurde auch eine Qualitätssicherung des Peer Counseling auf den Weg gebracht, die für ein unabhängiges Beratungsangebot unverzichtbar ist.

Lesermeinungen zu “Weiterbildung in Peer Counseling” (3)

Von Gerti

Hallo RedWheels,
ich hatte nicht geschrieben, es sei am Begriff 'unabhängige Beratung' etwas falsch ausgedrückt.
Da jedoch von den Beratenden (wie die selber schreiben) davon ausgegangen wird, dass Behinderte für Behinderte (offensichtlich jederzeit und in jeder Hinsicht) unabhängig beraten würden, fragte ich nach einer aktuellen Definition des Begriffes 'unabhängige Beratung'.
An dem Begriff (so der überhaupt vorhanden ist) lässt sich dann (etwas) ermessen, ob jemand 'unabhängig' beraten wurde oder nicht 'unabhängig' beraten wurde.

Beispiel:
Wenn nun Mitglieder von ISL Mitglieder von ISL beraten, sehe ich hier keine Unabhängigkeit mehr gegeben.

Von RedWheels

Was ist denn an "unabhängige Beratung" falsch auagedrückt?!
Peer Counseling ist eine unabhängige Beratung von Betroffenen zu Betroffenen!

Von Gerti

Wenn hier so schön wieder von 'unabhängiger Beratung' geschrieben wird, bitte ich um die Veröffentlichung bei kobinet um die Veröffentlichung des Begriffes 'unabhängige Beratung'. Viel Spaß dabei :-) beim Finden des Begriffes 'unabhängige Beratung'.