Comeback nach Verletzungspause
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: sport grenzenlos
Künzell (kobinet) Holger Nikelis kehrt nach fast achtmonatiger Verletzungspause ins Wettkampfgeschehen zurück. Der zweifache Paralympicssieger im Rollstuhl-Tischtennis startet bei den Czech Open in Ostrava, die am Donnerstag beginnen. „Ich freue mich sehr, wieder zum Schläger greifen zu dürfen und endlich mein großes Ziel, die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro in Angriff nehmen zu können", sagte heute der 37-Jährige in einer Pressemitteilung. Ausgerechnet zu Beginn des so wichtigen, vor-paralympischen Jahres hatte sich der Künzeller eine langwierige Verletzung zugezogen: einen durch eine Haarwurzel-Entzündung entstandenen Abzess im Sitzbereich.
Erst in der vergangenen Woche gab der Teamarzt der Behinderten-Tischtennis-Nationalmannschaft, Dr. Antonius Kass, endgültig „grünes Licht" für das Comeback. Mit Kass wie auch mit Bundestrainer Volker Ziegler hatte sich Nikelis in den vergangenen Monaten in ständigem Austausch befunden. „Die Verletzung war keine Kleinigkeit. Es hat viel Wundpflege und besondere Aufmerksamkeit gefordert, um den Heilungsprozess voranzutreiben. Die Hautdecke ist jetzt aber soweit geschlossen, dass Holgers Körper sportlich wieder belastbar ist", so Dr. Antonius Kass.
In Tschechien will Nikelis zunächst erste Wettkampferfahrungen sammeln. Der Start in Ostrava hat jedoch noch einen anderen Hintergrund: Weil Nikelis fast ein Jahr lang kein internationales Turnier gespielt hat, drohen bei Nicht-Teilnahme in Tschechien der Verlust wertvoller Weltranglistenpunkte und sogar die Streichung aus der Weltrangliste. Dort wird der gebürtige Kölner trotz der langen Pause derzeit noch auf Rang zwei geführt. „Um meine Qualifikation für die Paralympics in Rio de Janeiro nicht zu gefährden, hat mich der Bundestrainer deshalb trotz des Trainingsrückstandes für Tschechien nachgemeldet", erklärt Nikelis.
Stichtag für die Qualifikation zu den Paralympics 2016 in Rio im Tischtennis-Wettbewerb ist der 1. Januar 2016. Neben den fünf kontinentalen Meistern, die für Europa vom 11. bis 18. Oktober im dänischen Vejle ermittelt werden, sind die zu diesem Zeitpunkt sechs bestplatzierten Spieler der Weltrangliste jeder Wettkampfklasse für die Paralympics qualifiziert. Darüber hinaus erhält ein Spieler eine Wildcard, um das zwölfköpfige Teilnehmerfeld zu komplettieren. Da Nikelis' Start bei der EM noch fraglich ist, muss er sich über die Weltranglistenplatzierung qualifizieren. Deshalb peilt der Künzeller nach den Czech Open noch Teilnahmen bei internationalen Turnieren in Belgien (November) und Costa Rica (Dezember) an. „Ich muss innerhalb dieses Jahres die Teilnahme an einem Turnier außerhalb Europas vorweisen. Und da bietet sich bis Ende des Jahres nur noch Costa Rica an", sagt er.
Ein erster Schritt sind jetzt erst einmal die Czech Open, zu denen er bereits am Mittwoch anreist. Ambitionen habe er in Ostrava indes keine, betont er. „Das Teilnehmerfeld ist mit Top-Ten-Spielern bestückt, die voll im Training stehen und sich in der Vorbereitung auf die Kontinentalmeisterschaften befinden. Für mich wird es darum gehen, vorsichtig wieder anzufangen, hoffentlich erste kleine Erfolgserlebnisse zu feiern und den Anschluss an die Weltspitze wiederzufinden", meint Nikelis.
