Barrierefrei in die Sauna
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: Andrea Speer
Berlin (kobinet) Roland Walter ist ein kreativer Geist, der mit seinen Performances gerne heiße Eisen anpackt. Da er selbst gerne öfter in die Hitze einer Sauna gehen würde, will er sich nun für mehr Barrierefreiheit in den Saunen einsetzen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit dem Inklusionsbotschafter aus Berlin.
kobinet-nachrichten: Als Inklusionsbotschafter fordern Sie durch kreative Performances immer wieder zu einem Um- und Querdenken heraus. Was steht als nächstes auf Ihrem künstlerischen Programm?
Roland Walter: Ich freue mich auf die Performance mit meinem afrikanischen Freund Ahmed Soura. Wir beide sind die Ausgrenzung gewohnt, sei es durch die Hautfarbe oder durch die körperliche Eingeschränktheit. Was gibt einem das Recht ein Mensch wie jeder andere zu sein? Dieser Frage ehen wir nach und zusammen loten wir die etwaigen Berührungspunkte aus und lassen eine ganz neue andere Perspektive sichtbar werden. WHY NOT? lädt ein auf einen ästhetischen Grenzgang zwischen den unterschiedlichen Kulturen. Mehr Infos gibt's unter http://www.monsuntheater.de/programm/2016/performance/why_not.html
kobinet-nachrichten: Sie haben sich aber auch der Verbesserung der Barrierefreiheit verschrieben und das nicht nur im Kunstbereich. Womit beschäftigen Sie sich derzeit?
Roland Walter: Mein Ziel ist es, auch barrierefreie Saunen zu schaffen. Saunen stärken das Immunsystem. Das muss auch für Menschen mit Behinderungen möglich sein. Wir brauchen saunataugliche Rollstühle, um unnötigen Transfer zu vermeiden.
kobinet-nachrichten: Welche Ideen bzw. Unterstützung könnten Sie gebrauchen, um erfolgreich für barrierefreie Saunen eintreten zu können?
Roland Walter: Wir müssen nicht immer jedes Rad neu erfinden. Wo gibt es schon positive Beispiele? Oder welcher Lehrling bzw. Student nimmt sich diesem Thema an? Vielleicht sollten wir ein Wettbewerb starten o.ä.? Tipps können gerne an mich unter der E-Mail [email protected] geschickt werden.
kobinet-nachrichten: Dann drücke ich die Daumen, dass Sie bald Ihre Gesundheit in den verschiedenen Saunen dieser Welt stärken können und gute Tipps bekommen.

Von nurhessen
Die Sauna ist zunächst mal eine rein finnische Angelegenheit und „Erfindung“. Entlang des Wegs der Finnen aus dem Uralgebirge vor über 2000 Jahren nach Finnland haben sie ihre Spuren durch Sauna(s) hinterlassen. Dort wo die Finnen sich niederließen, gibt es die Sauna. So viel als Vorspann.
Es wäre noch viel zu erzählen, aber ich will nicht ins Folkloristische abschweifen.
Weil die Sauna finnisch ist, ist es klar, dass man das Problem der Sauna und Behinderung eben wohl als erstes auch in Finnland begriffen hat. Hierzu gibt es unter Wikipedia zahlreiche Literatur von z.B. Maija Könkkölä, die von 1947 bis 2012 lebte. Die Literatur ist z.T. auch ins Englische übersetzt. Man kann sich sicher auch an einzelnen Universitäten in Finnland, z.B. Tampere, Oulu oder Helsinki erkundigen. Stichwort: „Esteetön Sauna“! Vielleicht auch an deutschen Unis, an denen Finno-Ugristik gelehrt wird: Greifswald, Göttingen, Tübingen… Diese helfen sicher auch bei der Übersetzung weiter.