Auftakt für Special Olympics

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Auftaktveranstaltung Fakellauf SOD am 14.04.2016
Auftaktveranstaltung Fakellauf SOD am 14.04.2016
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Ein bundesweiter Fackellauf wurde heute vor dem Schloss Bellevue in Berlin als Auftakt zu den Special Olympics 2016 in Hannover gestartet. Bei dem Lauf traten rund 80 Athletinnen und Athleten an. Gemeinsam mit Daniela Schadt, Schirmherrin von Special Olympics Deutschland und Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, entzündeten Mark Solomeyer, Athletensprecher von Special Olympics Deutschland und Dennis Mellentin, Athletensprecher des Landesverbandes Berlin/Brandenburg, die Fackel.

In den kommenden zwei Monaten wird der Fackellauf durch weitere sechs Bundesländer bis nach Hannover fortgesetzt. Die niedersächsische Hauptstadt ist Austragungsort der Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung, die vom 6. bis 10. Juni 2016 unter dem Motto "Gemeinsam stark" stattfinden. Dabei treten rund 4.800 Teilnehmer in 18 verschiedenen Sportarten an.

Lesermeinungen zu “Auftakt für Special Olympics” (6)

Von Gisela Maubach

Der Kampf um die Inkontinenzversorgung scheint tatsächlich zur olympischen Disziplin auszuarten:

Beim ersten Versuch, mit einem der Anbieter Kontakt aufzunehmen, erfährt man durch einen Ansagetext, dass man "für Fragen zum Brief der BARMER GEK die 2 drücken soll, und da man ja nicht der/die einzige ist, landet man dann in einer Warteschleife mit hübscher Musik, bis man wieder auflegt, weil man am Telefon nicht Musik hören will, sondern ab nächsten 1. eine Windelversorgung benötigt.

Beim Versuch, einen anderen Anbieter zu kontaktieren, wurde ich von der "Zentrale" zu einer weiteren Mitarbeiterin weitergeleitet, die ihrerseits erklärte, dass auch sie nur "Zentrale" sei und dass sie alle Daten von uns benötigen würde, damit ein zuständiger Mitarbeiter dann zurückrufen könne. Vor morgen kann das aber nicht möglich sein . . .
Da kommt richtig Freude auf, wenn man mehr als 20 dieser Anbieter innerhalb kürzester Zeit nach deren Konditionen befragen soll.

Da im Schreiben der BARMER GEK eine Rechtsmittelbelehrung enthalten ist, wonach man gegen diese Entscheidung innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen kann, stellt sich die Frage, wie viel Sinn diese Widerspruchsmöglichkeit hat, wenn die bisherige Versorgung in zwei Wochen ausgelaufen ist und für die zukünftigen Windeln nicht nur ein neuer Vertragspartner gesucht werden muss (um die zum selben Zeitpunkt alle Barmer-Versicherten gleichzeitig kämpfen), sondern der neue Vertragspartner vor der ersten Lieferung auch noch eine neue ärztliche Verordnung benötigt.
Zeitlich ist das ohne Widerspruch schon kaum zu schaffen . . . aber was bitte soll nach Ansicht der Barmer GEK mit den Ausscheidungen der behinderten Menschen während der Zeit eines Widerspruchs geschehen?

Von Inge Rosenberger

Staatssekretär Karl-Josef Laumann - Mehr Qualität, mehr Transparenz:
Vorschläge für eine bessere Hilfsmittelversorgung Positionspapier des Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung
Berlin, im Februar 2016
Bei der Versorgung mit einigen Hilfsmitteln läuft derzeit etwas mächtig schief. Und das muss sich schleunigst ändern. Denn die Versicherten haben einen klaren gesetzlichen Anspruch auf Hilfsmittel, die qualitativ und quantitativ dem aktuellen Stand der Medizin entsprechen – und zwar ohne Aufzahlung. Es ist Aufgabe der Krankenkassen, diese notwendige Versorgung sicherzustellen. Das gilt erst recht für einen so sensiblen Bereich wie dem der Inkontinenzhilfsmittel. [...]
Quelle und kompletter Text: http://www.patientenbeauftragter.de/images/positionspapiere/20160220_Positionspapier_Hilfsmittelversorgung.pdf

Von Susanne v.E

Wir durften Anfang des Jahres auch an der nichtolympischen Disziplin "nervenzemürbender Kampf gegen Bürokratie" teilnehmen.
Aufgrund neuer Verträge der TK mit den Lieferanten sollten wir nun 30€ für die selben Windeln, vom selben Hersteller, vom selben Lieferanten, für den selben Kunden , unseren Sohn,zahlen.
Diese wirtschaftliche Zuzahlung wurde uns quasi untergejubelt, indem wir auf dem Bestellschein ankreuzen sollten, dass uns bewusst ist, dass die KK nicht diese Kosten übernehmen wird. Es gab keine Erklärung, keinen Hinweis, nichts. Wir haben dann sofort die Kasse und den Lieferanten informiert, dass wir diese wirtschaftlicheZuzahlung nicht leisten werden, das es sich bei diesem Produkt um eine medizinisch notwendige und angemessene Versorgung und keine Überversorgung handelt. Würde diese Produkt eine zuzahlungspflichtige Überversorgung darstellen, hätte die Krankenkasse in der Vergangenheit gar nicht die Kosten der Versorgung mit diesem Produkt für unszuzahlungsfrei übernehmen dürfen.
Ca zwei Wochen habe ich immer im Kreis telefoniert, mal mit dem Sachbearbeiter, mal mit der Lieferfirma, mit dem Ergebnis, dass wir weiterhin zuzahlungsfrei beliefert werden. Leider bekomme auch ich keinen Lorbeerkranz für diese ganze zermürbenden "Kleinkriege". Statt uns zu unterstützen und statt auch nach Recht und Gesetz zu handeln, werden immer wieder Nischen gesucht und gefunden um an den Schwächsten mit sehr fragwürdigen Methoden Geld zu sparen.

Von Gisela Maubach

Liebe Frau Fichmann,

die Liste der Anbieter ab 1.5. findet man hier:

https://www.barmer-gek.de/blob/19902/cf314313304e79a2c8da29c3bc40678c/data/uebersicht-inkontinenzanbieter.pdf

Mit dem Anbieter Medi-Center aus Koblenz haben wir bereits Erfahrung. Von dort wird verlangt, dass ein "Fragebogen für die Flüssigkeitsbilanz" ausgefüllt wird, worin man sowohl die Harnmenge in ml mit Datum und Uhrzeit (und der Aktivität beim Auslauf!) als auch die jeweiligen Trinkmengen in ml mit Uhrzeit eintragen soll.
Ich habe nicht ansatzweise die zeitliche Möglichkeit, alle diese Vertragspartner aus der Liste zu kontaktieren, um deren Konditionen ausfindig zu machen und um zu erfragen, ob sie auch diejenigen Windeln im Sortiment haben, die wir nach langer Suche nun endlich für geeignet halten.

Insbesondere die Tatsache, dass mein Sohn schon ab 1.5. unversorgt wäre, falls ich es nicht schaffe, die notwendige Bürokratie bis dahin bewältigt zu haben, empfinde ich als skandalös, weil ich frühestens in der nächsten Woche etwas Schriftliches in der Hand haben kann, wogegen Widerspruch eingereicht werden könnte. Und in der übernächsten Woche läuft die bisherige Vereinbarung schon aus . . . teilt die BARMER GEK heute (!) telefonisch mit . . .

Von Sabine Fichmann

Sehr geehrte Frau Maubach;

die Auskunft der Barmer GEK bzgl. der Windelversorung hörte sich im Dezember letzten Jahres noch ganz anders an- dort war von einer "Vielzahl" von Anbietern noch die Rede...

Quelle:
http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/hilfsmittel-krankenkasse-barmer-stoppt-ausschreibung-zu-inkontinenz-produkten/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1&cHash=5e7a2849fb140829ed6fdb9b930fa8b5


"Stattdessen setzt die Barmer nun auf einen sogenannten Bekanntmachungsvertrag: Bis Ende nächster Woche können Anbieter ihr Verhandlungsinteresse bekunden. Nach Abschluss der Verhandlungsphase können Leistungserbringer bundesweit zu gleichen Konditionen beitreten. „Damit wird den Versicherten eine Vielzahl von Anbietern zur Auswahl stehen, die hochwertige und aufzahlungsfreie Produkte anbieten“, so der Kassensprecher".

Von Gisela Maubach

Ich plädiere dafür, olympische Medaillen auch an pflegende Angehörige zu vergeben, die zusätzlich zu ihrer physischen Belastung mit grenzenloser Bürokratie überschüttet werden.

Nachdem nur 3 1/2 Stunden Tagesstruktur für meinen Sohn finanziert werden und die restlichen 21 1/2 Stunden immer noch mir selbst überlassen werden, erhalte ich gerade einen Anruf der BARMER GEK, in welchem mir mitgeteilt wird, dass die bisherige Vereinbarung zur Windelversorgung zum Ende dieses Monats - also in zwei Wochen - ausläuft. Anschließend wäre ein anderer Anbieter zuständig. Ob der die bisherigen Windeln ohne Zuzahlung liefern würde, konnte man mir nicht sagen.
Ich wurde aber direkt darauf hingewiesen, dass ich Widerspruch gegen die neue Regelung einlegen könne. Aber dafür müsste man mir diese neue Regelung erstmal schriftlich schicken, denn den Widerspruch könnte ich natürlich auch nur schriftlich einreichen.

Da ich bisher nichts Schriftliches in Händen habe - die bisherige Vereinbarung aber bereits in zwei Wochen ausläuft - stellt sich die Frage, wie in zwei Wochen die Inkontinenzversorgung in der Praxis aussehen wird.

Wir Eltern haben grundsätzlich keine Chance auf olympischen Ruhm und Ehre, aber uns wäre schon geholfen, wenn wir nicht ununterbrochen auch noch Schläge ins Gesicht kriegen würden!