Matthias Rösch fordert mehr Mut zur Barrierefreiheit
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: MSAGD RLP
Mainz (kobinet) In dieser Woche wird im Bundestag die Novellierung des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes beschlossen. Allerdings fehle eine Regelung für öffentliche Angebote von privaten Anbietern, kritisierte der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen Matthias Rösch. Erst kürzlich musste er erleben, dass es zum Teil keinerlei Interesse der Wirtschaft zur Barrierefreiheit gäbe, so dass dringend gesetzliche Regelungen nötig sind.
"Der für blinde und sehbehinderte Menschen nicht nutzbare Online-Shop im Internet oder die Stufe an der Arztpraxis und am Einkaufsmarkt, diese Barrieren bleiben bestehen. Mit der Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes haben wir die Chance, Barrieren zu beseitigen. Deshalb appelliere ich an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, für die Einbeziehung privater Anbieter in die Verpflichtung zu angemessenen Vorkehrungen und Barrierefreiheit zu stimmen", erklärte Matthias Rösch.
Erst letzte Woche hat der Landesbehindertenbeauftragte erlebt, wie unzureichend die derzeitige Gesetzgebung ist. "Der Abbau von Barrieren bei bestehenden Angeboten beruht allein auf Freiwilligkeit. Dennoch wurde ein Gesprächstermin zum barrierefreien Tourismus mit Hoteliers aus der Südwestpfalz abgesagt, weil der gastgebende Hotelbetreiber eines großen Betriebes kein Interesse an dem Thema Barrierefreiheit hat. So einfach ist es heutzutage noch, auf seine Barrieren zu bestehen und Menschen mit Behinderungen von seinen öffentlich zugänglichen Angeboten auszuschließen", ärgerte sich der rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch. "Andere Länder wie die USA, Frankreich und Österreich machen uns seit Jahren und Jahrzehnten vor, wie der Abbau von Barrieren im privaten Sektor gesetzlich geregelt ist. In Deutschland sind wir von diesen Standards weit entfernt. Wir brauchen bessere gesetzliche Regelungen, um diese Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen zu beenden", forderte Rösch im Hinblick auf die Abstimmung des Deutschen Bundestages am 12. Mai.
