Servicetechnologien der Zukunft und Barrierefreiheit
Veröffentlicht am von Hartmut Smikac
Bild: Website Modobag
Berlin (kobinet) Wer braucht eigentlich Barrierefreiheit? Die ersten Antworten darauf sagen überwiegend: Für die Behinderten, die ja auch am Leben teilnehmen können sollen. Erst im weiteren Verlauf der Gespräche zeigt sich, dass man natürlich auch weiß: Barrierefreiheit ist eigentlich für alle eine hilfreiche und gute Sache, unabhängig davon ob man mit Rollstuhl, Kinderwagen, Rollator oder schwerem Reisegepäck unterwegs ist.
Kürzlich konnte man im Internet Veröffentlichungen zum "Modobag" lesen, einem Reisekoffer von dem die Entwickler und Hersteller versprechen, er würde die Art des Reisens in der Welt verändern. Dabei handelt es sich um einen Reisekoffer, den man normal packen und am Handgriff hinter sich herziehen kann, auf den man sich jedoch auch setzen und mit dem man selbst fahren kann. Dieser Reisekoffer ist also nicht speziell für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen sondern einfach für alle, und vor allem für Geschäftsreisende, gedacht. Er verfügt über einen Elektroantrieb und bietet die Möglichkeit über eine Strecke von etwa 13 Kilometern mit einer Maximalgeschwindigkeit von rund 12 Stundenkilometern zu fahren. (Wer darüber mehr wissen möchte, kann, leider nur in englischer Sprache, auf dieser Internetseite dazu nachlesen).
Nun gibt es ja auch Leute, die an der Entwicklung autonomer Serviceroboter arbeiten und wer über die Möglichkeiten eines derartigen Reisekoffers nachdenkt, kann ja auf viele Ideen kommen. Zum Beispiel könnte man später solch einen Reisekoffer auch über ein Smartphone steuern und sich als Reisender vom Taxistand zum richtigen Check-In auf dem Flughafen bringen lassen. Man könnte mit Bus oder Straßenbahn zum Bahnhof anreisen und sich dann zum richtigen Bahnsteig bringen lassen, auf dem der Reisekoffer sich dann selbst dorthin abstellt, wo nach dem Wagenlauf des Zuges jenes Abteil sein wird, in dem man einen Platz gebucht hat. Zukunftsträumerei ? Nun was die technische Machbarkeit der Verbindung von elektrisch angetriebenen und per Internet gesteuertem Reisekoffer angeht, wohl nicht in allzu weiter Ferne. Wenn bis dahin eine wesentliche Voraussetzung erfüllt wird: Die Barrierefreiheit in unserer Umwelt ! Autonome Serviceroboter und automatisch gelenkte Reisekoffer können nur in barrierefrei gestaltetem Umfeld ihre Leistungsfähigkeit wirklich ausspielen.
Vorerst ist "Modobag" noch "Zukunftsmusik" und einen solchen Koffer könnten sich für 1.000 Euro ohnehin bisher nur wenige leisten. "Modobag" sollte jedoch ein weiterer Anlass sein, einmal darüber nachzudenken, wie der Service der Zukunft aussehen könnte und aussehen wird sowie welcher Rang dabei einer Barrierefreiheit für alle zukommen wird !
