Blindengeld in Thüringen erst einmal unter Bundesdurchschnitt

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Symbol: Mensch mit Blindenstock
Symbol: Mensch mit Blindenstock
Bild: domain public

Thüringen (kobinet) Die stufenweise Erhöhung des Blindengeldes in Thüringen ist nach Einschätzung der Thüringer LIGA der Freien Wohlfahrtspflege ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Allerdings weist der Verband darauf hin, dass das Blindengeld in Thüringen für die nächsten zwei Jahre noch immer unter dem Bundesdurchschnitt liegen wird. Die Angleichung wird erst dann das Niveau des jetzigen Bundesschnitts erreichen.

Daher schlägt die LIGA dem Landtag vor, spätestens zu diesem Zeitpunkt das Landesblindengeld einer erneuten Prüfung zu unterziehen und dies auch im jetzigen Gesetzentwurf, der nach der Sommerpause im Landtag behandelt wird, festzuschreiben. Mehr Geld fordert der Verband auch für die taubblinden Menschen in Thüringen. Der besondere Mehrbedarf für Taubblinde sei mit den jetzt geplanten 100 Euro zusätzlich zum eigentlichen Blindengeld nicht ausreichend zu kompensieren. Thüringen bleibe auch hier unter dem Durchschnitt.

Die LIGA fordert außerdem die Einführung eines Gehörlosengeldes, wie es in einigen anderen Bundesländern schon der Fall ist. Auch Gehörlose haben, so der Verband, Anspruch auf einen angemessenen Nachteilsausgleich, beispielsweise für Gebärdendolmetscherkosten.  Dies solle entweder im Rahmen dieses Gesetzes oder zeitnah in einem neuen Gesetz nachgeholt werden. Das Landesblindengeld in Höhe von künftig 320 Euro pro Monat soll rückwirkend zum Juli dieses Jahres gezahlt werden. Zwei weitere Erhöhungen um jeweils 40 Euro sind für 2017 und 2018 vereinbart.