Knapp eine Million Euro für Kampagne

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

PR-Aktion des BMAS vor dem Veranstaltungsort der Inklusionstage
PR-Aktion des BMAS vor dem Veranstaltungsort der Inklusionstage
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) "Was das wohl kostet?" Dies haben sich einige TeilnehmerInnen der Inklusionstage angesichts der Werbefahrzeuge vor dem Veranstaltungsort gefragt. "Was hätte man mit diesem Geld alles machen können?" Darüber wurde am Rande des Parlamentarischen Abends des Paritätischen und der ISL diskutiert, nachdem in der Fragestunde des Bundestages bekannt gegeben wurde, dass die Öffentlichkeitskampagne unter dem Motto "Mehr möglich machen - weniger behindern" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in diesem Jahr schon 990.000 Euro gekostet hat.

Katrin Werner von der Linksfraktion hatte nämlich nachgefragt, was die derzeitige Kampagne des Ministeriums bisher im Jahr 2016 gekostet hat. 990.061 Euro hat die Kampagne bisher im Jahr 2016 gekostet, führte die Parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller in ihrer Antwort in der Fragestunde des Bundestages aus. "Hiervon entfallen 919.875 Euro auf Schaltungen von Anzeigen in Tageszeitungen und Online-Medien sowie Großflächenwerbung. Die Nebenkosten betragen 70.186 Euro und umfassen beispielsweise Ausgaben für Casting, Shooting, Druckunterlagenherstellung, Andrucke, technische Kosten der Außenwerbung im öffentlichen Raum und Prüfdrucke", führte Gabriele Lösekrug-Möller aus.

"Für die Kampagne 'Weniger behindern. Mehr möglich machen', mit der die Regierung ihre behindertenpolitische Gesetzgebung bewirbt, hat sie fast eine Millionen Euro ausgeben. Dies erklärt die Regierung mit dem Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention, für Bewusstseinsbildung zu sorgen. Im Zusammenhang mit dem Bundesteilhabegesetz, das massive Kritik bei Betroffenen auslöst, ist das ein starkes Stück. Die Regierung macht Werbung für ihr schlechtes Gesetz", erklärte Katrin Werner nach Beantwortung der Frage.

Link zum Video zur Beantwortung der Frage in der Fragestunde

Lesermeinungen zu “Knapp eine Million Euro für Kampagne” (3)

Von versteh_gar_nix_mehr

Am 01.01.2017 soll der Start für das neue BTHG erfolgen und für uns behinderte Menschen die Verbesserungen nicht länger auf sich warten lassen. Damit aber alle verstehen, wie toll und auch erforderlich diese Verbesserungen auch sind, hat sich das BMAS nun zur Aufklärung der Öffentlichkeit diese Aktion etwas kosten lassen, nämlich fast eine Million Euro. In dem Video Stream kann man aus dem Munde der Frau Staatssekretärin die Zahlen im Detail vernehmen und wenn man genau hinhört, auch dass unterschiedliche Berechnungen vorgenommen wurden, was die Trennung der Kosten erklären soll.

Interessanter für mich ist aber mehr die Erklärung der Frau Staatssekretärin auf die Frage der Frau Werner zum Sinn und Zweck der Kampagne, das es eine Pflicht aus Artikel 8 der BRK ist, aufzuklären. Wenn dies der ein zigste Punkt der Rechtfertigung ist, welcher von der Dame vorgebracht wurde, dann kann man doch annehmen, der Artikel 8 bzw. die BRK wurde bisher gar nicht im BMAS so richtig verstanden, oder einmal richtig verständnisvoll gelesen? Auch ist es doch sehr komisch, dass gerade jetzt wenige Monate vor der Verabschiedung des BTHG die breite Masse aufgeklärt werden soll. Aufgeklärt haben bereits viele Menschen, nur leider hatten diese nicht Millionen zur Verfügung, um so ihre Probleme zum Ausdruck bringen zu können, wie es vielleicht der Gesellschaft mal unterbreitet werden müsste, um so manches besser zu verstehen und nicht immer zu glauben, hier wird nur gejammert.

Erst mit dem Kopf unterm Arm wirst du zur Kenntnis genommen, aber nur dann mit dem Nachweis ( Zettel), es ist dein eigener.

Von Inge Rosenberger

Was das wohl kostet?
Diese Frage wird dann gestellt, wenn es einen behinderten Menschen betrifft.
Die Antwort wird "zu viel" lauten, auch wenn dadurch das Leben dieses Menschen zur Verwahrung wird.
Abgesehen davon bräuchte das BMAS keine Werbung machen, wenn das Gesetz wirklich Vorteile für viele behinderte Menschen bringen würde.

Von Rosi Nante

Vor einiger Zeit hatte ich schon kommentiert, daß die Verantwortlichen nach dem Motto "You can't polish shit but you can roll it in glitter!" handeln.
Der Glitzer für diese Sch**** ist verdammt teuer!