DB-Einstiegshilfen: ISL ruft Schlichtungsstelle an
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: ISL
Berlin (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat die Schlichtungsstelle bei der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen angerufen. Ziel der Eingabe ist es, Diskriminierungen behinderter Menschen bei der Benutzung der Deutschen Bahn künftig zu verhindern. Konkret beanstandet die ISL die Tatsache, dass Ein- und Ausstiegshilfen an Bahnhöfen mit Hublift derzeit nur gewährt werden, wenn das zuständige Personal Dienst hat.
"Diese Einschränkung der Mobilität stellt eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung dar und ist somit eine Diskriminierung”, erläutert ISL-Geschäftsführerin Dr. Sigrid Arnade in ihrem Schreiben an die Schlichtungsstelle. Gemäß § 7 Abs. 2 BGG zur Bereitstellung angemessener Vorkehrungen sei die Deutsche Bahn verpflichtet, Diskriminierungen zu vermeiden, so Arnade. Nach Ansicht der ISL muss es bei Voranmeldung für behinderte Zugreisende möglich sein, unabhängig von den Dienstzeiten des zuständigen Personals, Hilfestellungen für das Besteigen oder Verlassen von Zügen an allen Bahnhöfen mit Hublift zu erhalten und zwar jederzeit, wenn Züge dort halten. Das Beispiel anderer europäischer Länder zeige, dass es möglich ist. "Von der Deutschen Bahn erwarten wir deshalb, dass sie umgehend die entsprechenden organisatorischen Vorkehrungen trifft und behinderte Reisende nicht länger durch das Versagen dieser angemessenen Vorkehrungen diskriminiert", fasst Sigrid Arnade die Forderungen der ISL an die Deutsche Bahn zusammen.

Von Joachim Flach
Wehe, wenn der Zug Verspätung hat.
Wir waren 2000 auf der Expo in Hannover. Alles war vorangemeldet mit hin und Rückfahrt. Bei der Rückfahrt hatte der Zug 1 Stunde Verspätung. Das Bahnpersonal zur Bedienung des Hubliftes war schon nach 22 Uhr im Feierabend. Zum Glück waren wir mit einem Faltrollstuhl unterwegs. Die Zugbegleiterin und der Mitarbeiter des Bordbistros mussten meine Frau im Rollstuhl von Hand aus dem Zug ausladen. (Der Aufzug im Bahnhof war glücklicherweise in Betrieb, was auch nicht immer der Fall ist.)
Von mheidelberg
In Jena gibt es?/gab es? eine Kooperationsvereinbarung mit dem örtlichen Taxi-Unternehmen, das im gewissen Umfang Mobilitätshilfen außerhalb der Dienstzeiten der Bahnmitarbeiter*innen leistete.
Das war zwar auch nicht optimal, weil es dabei aus mir unerfindlichen Gründen auch zeitliche Beschränkungen gab, und weil die Taxi-Leute wenig Ahnung hatten, z. B. wo der Wagen mit Rollstuhlplatz hält.
Aber grundsätzlich finde ich so eine Kooperationsvereinbarung mit dem örtlichen Taxi-Unternehmen eine intelligente Lösung.