Diskussion mit Opfern des Blutskandals
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Blutskandal-Kampagne
Berlin (kobinet) Abgesandte der Parteien im Bundestag werden mit den letzten noch lebenden Opfern des Blut-AIDS-Skandals über die Zukunft der „Stiftung humanitäre Hilfe" diskutieren, der zum wiederholten Mal das Geld auszugehen droht. Anlass ist die am 27. März in Berlin beginnende Aktionswoche von Betroffenen und Angehörigen. Anfang der 1980er Jahre hatte das Bundesgesundheitsamt versäumt zu prüfen, ob nach Deutschland importiertes Blut und Medikamente gemäß dem aktuellen Stand der internationalen Forschung so sicher wie nur möglich waren. Das hatte zur Folge, dass in Deutschland mehr als 4.000 Bluter mit Hepatitis-C-, Hepatitis B- und HIV infiziert wurden.
Im Politcafé am 30. März werden zur Diskussion mit Betroffenen unter anderen erwartet Bärbel Bas, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Maria Michalk, gesundheitspolitische Sprecherein der CDU/CSU-Fraktion, Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft der Grünen im Bundestag. Von der Diskussion im Café Ulrich's der Berliner Aidshilfe erhofft Andreas Bemeleit, einer von infizierten 524 Blutern, die noch am Leben sind, Ansätze für zukunftsorientierte, nachhaltige Lösungen: "Den meisten betroffenen Personen geht es trotz der verbesserten AIDS-Therapie gesundheitlich schlecht und die wenigsten können für ihren Unterhalt selbst sorgen."
