Beratungsstelle für Hörgeschädigte in Hamm eröffnet

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild von der Einweihung der Beratungsstelle in Hamm
Bild von der Einweihung der Beratungsstelle in Hamm
Bild: Rolf Kohn

Hamm (kobinet) Beratung nach dem Peer-Counseling-Prinzip gewinnt immer mehr an Bedeutung. Deshalb eröffnete DIE LINKE. Hamm Ende Oktober eine Beratungsstelle für Menschen mit einer Hörbehinderung. Zunächst einmal im Monat – jeweils am letzten Montag von 15:00 – 16:30 Uhr -  informiert und berät Margot Kohlhas-Erlei Menschen mit einer Hörbehinderung in den Räumen des Kreisverbandes DIE LINKE. Hamm in der Oststraße 48, wie Rolf Kohn, der Koordinator der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Selbstbestimmte Behindertenpolitik der LINKEN und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen berichtet.

Margot Kohlhas-Erlei, selbst hochgradig schwerhörig, hat jahrelang eine Selbsthilfegruppe von Menschen mit einer Hörbehinderung in Hamm geleitet. Auf Grund ihrer Erfahrung und der eigenen Erlebnisse wird sie kompetent und empathisch Menschen mit einer Hörbehinderung und ihre Angehörigen mit Informationen versorgen und sie beraten, heißt es in dem Bericht. Zur Eröffnung der Beratungsstelle begrüßte Rolf Kohn die anwesenden Gäste. "Die Beratungsstelle ist ein konkreter Schritt auf lokaler Ebene, das Teilhabekonzept der LINKEN umzusetzen. Es freut mich sehr, daß die LINKE. Hamm dazu bereit war, eine mobile Höranlage anzuschaffen, damit die Beratung möglich ist." In den Monaten davor wurde eine mobile Rampe angeschafft und die Toilette barrierefrei umgebaut.

Margot Kohlhas-Erlei freute sich, daß sie in Zukunft Menschen mit einer Hörbehinderung beraten und unterstützen kann. Ihr Ziel ist es auch, die soziale Dimension einer Hörbehinderung deutlich zu machen: "Eine Hörbehinderung kann leicht in die soziale Isolation führen. Und das Können von Menschen mit einer Hörbehinderung wird in Schule und Beruf oft unterschätzt." Es gab dem Bericht zufolge eine lebhafte Diskussion unter den Anwesenden – viele Fragen wurden gestellt und Probleme geschildert: Die Stadt Hamm hat zwar teilweise Höranlagen – aber diese funktionierten nicht richtig. Das gehe soweit, dass ein Gast sein Theaterabonnement kündigen will, weil er die Dialoge der Schauspieler*innen nicht mehr hört. Eine andere Diskussion ging über das Thema Fernsehen, Hören und die richtige technische Unterstützung. Einer der Gäste war Audiotherapeut, der gemeinsam mit Margot Kohlhas-Erlei die Fragen beantwortete.

Die erste Beratung verlief sehr vielversprechend: Es wird gemeinsam ein Flyer zum Beratungsangebot erstellt und es gab von einer Seniorengruppe der Kirche eine Einladung an Margot Kohlhas-Erlei, einen Vortrag über das Thema Hörbehinderung zu halten, berichtet Rolf Kohn.