VdK: Alterssicherung, die vor Armut schützt
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: Hans Buttermilch/Susie Knoll
Berlin (kobinet) „Wir wollen keine halben Sachen, Rentnerinnen und Rentner von heute und morgen müssen sich auf die gesetzliche Altersvorsorge verlassen können. Der Gesellschaft muss die Rente etwas wert sein.“ Das erklärte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der heutigen Vorstellung des Rentenpakts durch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.
Der VdK sieht durchaus, dass es Schritte in die richtige Richtung im neuen Rentenpakt gibt. So sei der Plan von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, einen sogenannten Demografiefonds einzurichten, begrüßenswert. "Das ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung eine sinnvolle Maßnahme, da in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen und weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter nachfolgen", so Verena Bentele. Als "wichtigen ersten Schritt“ bezeichnet der VdK das Festschreiben des gesetzlichen Rentenniveaus auf 48 Prozent. "Dringend nötig ist eine dauerhafte Anhebung des Rentenniveaus auf 50 Prozent, damit die Renten wieder entsprechend der Löhne steigen", erklärt die VdK-Präsidentin. Sonst drohe immer mehr Menschen auch nach jahrzehntelanger Arbeit Altersarmut. "Das müssen wir verhindern."
Der Sozialverband VdK begrüßt zudem die beschleunigte Anhebung der Zurechnungszeiten bei der Erwerbsminderungsrente. "Diese Verbesserungen dürfen jedoch nicht nur neuen Erwerbsminderungsrentnern zugutekommen, sondern müssen auch für die Bestandsrentner gelten“, fordert die VdK-Präsidentin. Wichtig ist für den VdK auch, dass die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent endlich abgeschafft werden.
Der Sozialverband VdK kritisiert, dass von der Neuregelung bei der Mütterrente nur die Frauen profitieren sollen, die vor 1992 drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht haben. "Das ist zutiefst ungerecht. Wir werden uns dafür stark machen, dass alle Mütter pro Kind einen Entgeltpunkt anerkannt bekommen", erklärte Verena Bentele. Die Kosten für ein gerechtes Rentensystem müsse sich ein Staat wie Deutschland leisten können und wollen. "In Österreich ist beispielsweise der Rentenversicherungsbeitrag der Arbeitgeber höher als der Beitrag der Arbeitnehmer. Solche Formen der Finanzierung dürfen kein Tabu sein." Darüber hinaus fordert der VdK eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen: Arbeitnehmer, Selbstständige, Politiker und Beamte.
