SAP will Menschen mit Autismus ausbilden
Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul
Bild: kobinet
Berlin (kobinet) Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe hat das Engagement des Walldorfer Softwareunternehmens SAP gelobt, das in den kommenden Jahren Hunderte Menschen mit Autismus zu Softwaretestern und Programmierern ausbilden will. SAP teilte heute mit, bis 2020 sollten ein Prozent der weltweit zuletzt rund 65.000 MitarbeiterInnen von SAP Menschen mit Autistismus sein.
"Die Ankündigung von SAP zeigt, dass es Fähigkeiten gibt, die es behinderten Menschen ermöglichen, höhere Listungen zu erbringen als Menschen ohne Behinderung. Damit wird wieder einmal deutlich, dass es sich lohnt, darauf zu schauen, was behinderte Menschen leisten können, anstatt auf ihre Defizite zu sehen", erklärte Hubert Hüppe.
Man suche Menschen, die anders denken, wird die Personalchefin Luisa Delgado in einem Bericht von SPIEGEL ONLINE zitiert. SAP beschäftigt dem SPIEGEL ONLINE Bericht zufolge bereits seit 2011 Menschen mit Autismus in seinem Entwicklungslabor in Indien. Im vergangenen Jahr startete ein weiteres Pilotprojekt in Irland. Acht weitere Länder sollen folgen. In diesem Jahr startet SAP das Programm in Deutschland, den USA und Kanada.
Der Behindertenbeauftragte wirbt derzeit mit seiner Konferenzreihe "Unternehmen Inklusive Arbeit" dafür, die Potenziale behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt besser zu nutzen. Betriebswirtschaftliches Denken und die Beschäftigung behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nach Ansicht von Hubert Hüppe kein Gegensatz. Im Rahmen dieser Konferenzreihe wurde auch das Berliner Unternehmen Auticon vorgestellt, das ebenfalls die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Autismus erkannt hat. Es beschäftigt IT-ExpertInnen mit dem Asperger-Syndrom.

Von lilime
Ich bin selber "Aspie" (Mensch mit Asperger Autismus) und finde es zunächst wirklich toll, dass SAP Menschen mit Autismus ausbildet.
Was ich allerdings nicht toll finde ist, dass es nur um Menschen mit Asperger-Autismus geht, die ein Faible für Software, etc. haben. Dieses Faible haben aber nicht alle Menschen mit Asperger-Autismus und die werden dadurch, meiner Ansicht nach, wieder benachteiligt (unabhängig von SAP):
Menschen mit Asperger Autismus können sehr wertvolle Arbeitnehmer sein und werden, leider, noch viel zu oft in Werkstätten für behinderte Menschen "abgeschoben" oder sind arbeitslos, weil Arbeitgeber sich nicht die Mühe machen, ihnen eine Chance zu geben, bzw. dem Arbeitnehmer mit Asperger-Autismus ein verträgliches Arbeitsumfeld zu schaffen.
Von petermusti
Es ist gut Behinderte Menschen in Arbeit zu bringen. Es ist grundsätzlich auch in Ordnung besondere Fähigkeiten von behinderten Menschen kommerziell zu nutzen.
Allerdings mit Einschränkungen.
Die besonderen Fähigkeiten Behinderter Menschen dürfen nur dann genutzt werden, wenn diese Menschen in volkommener Selbstbestimmung und in vollkommener Erkenntnis der kommerziellen Nutzung ihrer besonderen Fähigkeiten der Nutzung zustimmen.
Um dies sicher zu stellen sollten besonders geschulte Beauftragte die Arbeitsbedingungen und die Tätigkeiten dieser Menschen kontrollieren und überwachen um gegebenfalls zum Schutze dieser Menschen einzugreifen.