Bahr-Vision kritisiert

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr
Bild: FDP

Berlin (kobinet) In der Krankenversicherung muss es nach Ansicht des Sozialverbands Deutschland (SoVD) eine Bürgerversicherung statt einer Frischzellenkur für private Versicherer geben. Das betonte dessen Präsident Adolf Bauer heute zu den Medienberichten über eine Öffnung der privaten Krankenkassen für alle Versicherten. Schon heute können weit über hunderttausend privat Versicherte ihre Beiträge nicht mehr aufbringen. Und diese Zahl wächst.

Die in den Medien zitierte „Vision" des Gesundheitsministers, Wahlfreiheit zwischen einer privaten und einer gesetzlichen Krankenversicherung zu eröffnen, würde dieses Problem verschärfen. Das im Frühjahr verabschiedete Gesetz gegen die soziale Überforderung bei Beitragsschulden zeigt, zu welchen schwerwiegenden Auswirkungen das Schuldenjoch führt. Hier besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Anstatt sich in Gedanken über eine Frischzellenkur für die privaten Krankenversicherer zu verlieren, sollten die Bundesregierung und Minister Bahr verstärkt den sozialen Ausgleich in der Krankenversicherung ins Auge fassen. Hierfür liegt bereits ein konkretes SoVD-Konzept für eine Bürgerversicherung auf dem Tisch.