Bluter-Appell an Gesundheitsminister

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Andreas Bemeleit an seinem Computer
Andreas Bemeleit an seinem Computer
Bild: Robin Blood

Hamburg (kobinet) Andreas Bemeleit vom Netzwerk "Robin Blood" hat heute am Welthämophilietag an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe appelliert, endlich die Entschädigung der 3000 mit HI-und Hepatitisviren infizierten Bluter zügig voran zu bringen. Etwa zeitgleich mit dem Film "Blutgeld", den das Zweite Deutsche Fernsehen im Oktober 2013 über den Medizinskandal sendete, hatte der Hamburger in dieser Angelegenheit eine Online-Petition gestartet. Doch die große Koalition und die Menschen, die sie vertreten, so bedauert Bemeleit, haben bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts getan.

"Wollen Sie und Ihr Ministerium so lange warten, bis alle an den Folgen der Infizierungen durch HI- und Hepatitisviren gestorben sind? Oder setzen Sie sich als Vertreter der Christlichen Partei endlich für deren Belange ein", fragt Bemeleit. "Nach über dreißig Jahren drängt die Zeit, es geht vielen von ihnen schlecht. Helfen Sie ihnen mit sofortigen Entschädigungszahlungen, damit sie in Würde alt werden können und endlich der Gerechtigkeit Genüge getan wird!" 

Einzig eine Studie zur Erfassung der Lebenssituation der betroffenen Bluter wurde in Auftrag gegeben. Aus einem persönlichen Schreiben von dem christdemokratischen Gesundheitspolitiker Jens Spahn las Bemeleit, dass sich dahinter die Hoffnung verbirgt, infolge der verbesserten HIV-Medikation die Höhe der Entschädigungszahlungen verringern zu können. Die geschädigten Bluter, so der Hamburger, brauchen aber Unterstützung jetzt.

Sein eigener Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert, erfuhr kobinet. Bemeleit ist vorübergehend auf den Rollstuhl angewiesen und musste seine politischen Aktivitäten zurück fahren, einfach weil ihm die Kraft dafür fehlt. "Es scheint fast, als ob meine geschwächte Lage dem Nichtstun der Politiker in die Hände spielt", so der 52-Jährige. "Umso mehr freut mich, dass noch immer Menschen diese Petition unterzeichnen. Fast 20.000 Unterzeichner unterstützen mich und die anderen Geschädigten in unseren Forderungen nach Entschädigungszahlungen. Herzlichen Dank, eure Zeichen der Anteilnahme sind ein Trost angesichts der fehlenden Aktivitäten der Politiker. Lasst uns einen zweiten Anlauf nehmen und helft mir bitte, Herrn Gröhe wachzurütteln und an seine Verantwortung für die geschädigten Bluter zu appellieren."