Lebenshilfe begrüßt Barrieren-Abbau im Bundestag

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Plenarsaal des Bundestages
Plenarsaal des Bundestages
Bild: Bundestag

Berlin (kobinet) Die Lebenshilfe begrüßt die gestrige Ankündigung des Deutschen Bundestages, Plenardebatten und Sonderveranstaltungen wie Gedenkstunden zukünftig in Gebärdensprache und mit Untertiteln live im Internet übertragen zu wollen.

"Der Bundestag baut eigene Barrieren ab. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung uneingeschränkter politischer Teilhabe für Menschen mit Behinderung", erklärte die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt. "Auch in meiner Funktion als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages werde ich mich dafür einsetzen, dass viele weitere Schritte zu mehr Barrierefreiheit folgen werden." Für die Lebenshilfe bedeutet Barrierefreiheit auch, dass Texte leicht verständlich sein müssen. Hier habe der Bundestag bereits Angebote geschaffen. Es gibt Seiten in leichter Sprache im Internet, und die Zeitschrift "Das Parlament" bringt immer ein Thema mit dem Siegel "leicht erklärt". Zudem erhalten Gäste der Reichstagskuppel und Dachterrasse Informationen in leichter Sprache über ein tragbares Gerät mit Kopfhörer, über einen (Vorsicht, schwere Sprache!) Audio-Guide.

Dass Bremen vor den Bürgerschaftswahlen seine Wahlunterlagen ausschließlich in leichter Sprache verschickt hat, findet Ulla Schmidt vorbildlich. Die von manchen selbst ernannten Sprachhütern geäußerte Kritik an der Grammatik kontert die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende mit den Worten: "Lieber lese ich einen Dativ an der falschen Stelle, als gar nicht zur Wahl zu gehen."

Lesermeinungen zu “Lebenshilfe begrüßt Barrieren-Abbau im Bundestag” (1)

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916

Liebe Frau Schmidt,

„Lebenshilfe begrüßt Barrieren-Abbau im Bundestag“

Kommt jetzt etwa der Sand aus dem Getriebe in Berlin? Was nutzt uns behinderten Menschen diese

„Ankündigung des Deutschen Bundestages, Plenardebatten und Sonderveranstaltungen wie Gedenkstunden zukünftig in Gebärdensprache und mit Untertiteln live im Internet übertragen zu wollen.“

wenn, sich am wesentlichen nichts ändert?

Mimik und Gestik einzelner Abgeordneter in den Plenardebatten etc. sind doch informativer wenn man den Ton abschaltet, denn so kann man am Gesichtsausdruck die Ehrlichkeit besser verfolgen, als den verbalen Schlagabtausch teils der untersten Schiene unserer gewählten Volksvertreter, zur Kenntnis nehmen zu müssen, welche dann auch noch meinen, wir behinderten Menschen merken es nicht, wenn sich die Zunge spaltet und erneut einer besser sein will als der andere.

Was haben wir nur verbrochen, dass wir mit dieser ganzen Heuchelei so gestraft werden?

Wolfgang Ritter