Protest zum Peter-Singer-Preis

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Protest zum Peter-Singer-Preis
Protest zum Peter-Singer-Preis
Bild: sch

Berlin (kobinet) Der Peter-Singer-Preis wurde heute in Berlin erstmals verliehen. Er ging an den gleichnamigen Philosophie-Professor für seinen Beitrag zur "Tierleidminderung". Während der Veranstaltung in der Urania protestierten an die 100 Menschen in einem von der Polizei "geschützten Bereich" vor dem Gebäude gegen dessen seit den 1980er Jahren immer wieder aufgestellten Forderung, die Tötung behinderter Säuglinge unter bestimmten Bedingungen zu legalisieren. Aufgerufen hatte das Aktionsbündnis "Kein Forum für Peter Singer". Das Bündnis erhielt an diesem Tag Grüße aus Köln, wo jetzt auch eine Protestkundgebung gegen den bevorstehenden Auftritt Singers zur phil.Cologne angemeldet wurde.

Lesermeinungen zu “Protest zum Peter-Singer-Preis” (23)

Von Gerti

@ Lesebrille:
Singer probagiert im Grunde genommen den Faschismus und heißt die Faschisten die Guten, wenn man die Zitierung aus seinem Pamphlet hinzuziehen soll.

Von Gerti

@ Lesebrille:
Frau Bentele hat sich eben von den Behinderten abgesetzt. Schwer(st)(mehrfach)behinderte haben bei Frau Bentele noch nie eine Rolle ge'spielt'. Schade. ABER: An ihren Taten erkennen wir Frau Benteles Abwenden von Schwer(st)(mehrfach)Behinderten.
Und Frau Bentele, als spd-Mitglied, repräsentiert die Abwendung der spd von den (Schwer)(st)Behinderten.

Von Gerti

Dann ist wohl Frau Bentele FÜR (?) die Sterbe'hilfe', das krankenkassengenehme Abkratzen von Behinderten und chronisch Kranken (?)

Von nurhessen

Korrektur: Es handelt sich um einen überparteilichen Gesetzentwurf von 10 Bundestagsabgeordneten zur „Sterbehilfe“. Sorry!!!!

Von nurhessen

Heute, am 09. Juni, nachdem sich die Aufregung um Herrn Peter Singer aus Australien ein wenig gelegt hat, hat der Deutsche Bundestag „Einen Mittelweg zur Sterbehilfe“ still und heimlich beschlossen. Demnach können „Angehörige“ und „Ärzte“ „Sterbehilfe auf Verlangen“ leisten…

Von Lesebrille

Frau Bentele schweigt nicht nur, sie kam auch nicht zum Protest. Ich finde es empörend, dass eine Bundesbehindertenbeauftragte, in ihrer eigenen Stadt nicht an der Seite derer steht, deren Interessen sie vertreten soll. "Vertreten soll", denn "Vertritt" lässt sich so nur schwer schreiben. Immerhin ging es hier nicht um ein untergeordnetes Thema, sondern darum, dass einem Menschen ein Preis verliehen wurde, der unser Lebensrecht seit Jahrzehnten infrage stellt.

Was haben wir davon, dass Verena Bentele die Tradition ihres Vorgängers übernommen hat, im Januar an der Gedenkstätte T4 in der Tiergartenstrasse einen Kranz niederzulegen, wenn wir nur vier Monate später nichts von ihr hören, während Singer eine Plattform in Berlin erhält. Ein Mann, dessen Überzeugung ich nicht von der der Vordenker der T4-Aktion unterscheiden kann.

Denn Peter Singer sagt: "Die Nazis haben fürchterliche Verbrechen begangen; aber es bedeutet nicht, daß alles, was die Nazis taten, fürchterlich war. Wir können die Euthanasie nicht nur deshalb verdammen weil die Nazis sie duchgeführt haben, ebensowenig wie wir den Bau von neuen Straßen aus diesem Grund verdammen können." (Peter Singer: "Praktische Ethik", S. 210)

Von Gerti

Hallo Dagmar B.,
vielen Dank für den Hinweis.
Die Veranstalter/innen der Netcologne hatten (in meinen Augen) den Schneid, P. Singer auszuladen und dem Hetzer und Lebensverächter Redeverbot zu erteilen.
Vielleicht spricht sich's über Deutschland hinaus noch mehr herum, wes' Geistes 'Kind' P. Singer ist und seine Aussagen über Menschen mit Schwerstbehinderung (die mental schwerst behindert sind und sich nicht unbedingt allein behelfen können, wie studierte Schwerstbehinderte) gar 'nur' persönliche Ansichten sind und auf gar keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen fußen.
Vielleicht spricht sich auch herum, weshalb bei P. Singer Schwerstbehinderte nicht willkommen sind: nämlich (wie P. Singer in den Medien zitiert wird), dass sie ihm seinen Kuchen wegessen, wie Singer (im übertragenen Sinne) öffentlich (der NZZ) gesagt habe, nämlich, dass er WEGEN der Krankenkassen'kosten', die er (P. Singer) schwerstbehinderten Kindern zuschreibt / ihnen unterstellt, hierfür verantwortlich zu sein, nun höhere Krankenkassenbeiträge zu zahlen habe.
Stimme Ihnen zu, dass einhundert Demonstrant/innen besser sind als weniger oder gar keine Anwesenheit von einhundert Demonstrant/innen.

Von Dagmar B

Hallo Gerti
Ich wollte nur drauf aufmerksam machen,das auch "nur" 100 Demonstranten durchaus eine gute Wirkung erzielen können.
http://www.welt.de/regionales/nrw/article141531824/Phil-Cologne-laedt-Peter-Singer-wieder-aus.html

Ausgeladen wurde dagegen der australische Philosoph Peter Singer, nachdem er in einem Zeitungsinterview Stellung genommen hatte zu seinen umstrittenen Thesen zur
Pränataldiagnostik und Behinderung. Singer war eingeladen worden, um zum Thema «Retten Veganer die Welt?» zu sprechen. «Peter Singer hat Standpunkte geäußert, die im Widerspruch zu dem humanistisch-emanzipatorischen Selbstverständnis stehen, das die Phil.Cologne leitet», teilten die Veranstalter am Mittwochabend mit. Eine sachorientierte Diskussion scheine nicht mehr möglich. «Daher ist eine Absage der Veranstaltung aus Sicht der Verantwortlichen unausweichlich.»

http://www.taz.de/!5201289/

Die ursprüngliche Redeliste wies Lücken auf. Wolf-Michael Catenhusen, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, und Laudator Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung hatten ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt

Bedauerlich finde ich,das von Frau Bentele nur Schweigen kommt........

Von Gerti

@ Dagmar B.:
Kobinet hat geschrieben: "... Während der Veranstaltung in der Urania protestierten an die 100 Menschen in einem von der Polizei "geschützten Bereich" vor dem Gebäude ... ", siehe http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/31761/Protest-zum-Peter-Singer-Preis.htm

Mit freundlichen Grüßen,
Gerti.

Von Dagmar B

http://hpd.de/artikel/11761
Zitat:
Geschätzt 250 Protestierende standen am gestrigen Nachmittag vor der Urania.....
Gerti hat geschrieben:
Bedauerlich, dass es nur einhundert Protestierende waren, die Singer und seinen Kumpanen die Stirn geboten haben.


Egal , offensichtlich war die Wirkung gut :)
Hier bei uns sind unter der Woche 80 Erzieherinnen und Erzieher als Demo unterwegs gewesen , und es hat wirklich eine tolle Präsenz gehabt.

Von nurhessen

Kapiert: Es geht um „lebenswert“ und „lebensunwert“! Diese eine einzige Frage begründet die fa****stische Gewalt, die in Strukturen endet, wie „ausbildungsfähig“ oder nicht „erwerbsfähig“ oder nicht; also strukturelle institutionelle Gewalt. S. auch Leserbrief von Inge Rosenberger unter „Werkstatträte fordern…“ um 8.28 Uhr!

Von Angehöriger

@ DanielH: Vielleicht sollte man mal feststellen, dass Herr Singer gar kein Tierschützer, sondern Utilitarist ist: Das, was er für nützlich befindet, ist schützenswert, alles andere zu vermeiden oder vernichten. Insofern schützt er wohl auch keine beeinträchtigten Tiere.

Wofür Herr Singer seine Spenden leistet, ist mir nicht bekannt (man kann praktisch für fast alles spenden - ich verweise auch auf die Aussage von Dagmar B). Das wäre für mich schon wichtig, um den moralischen Wert dieser Spenden einzuordnen. Das pauschal als schlecht oder gut zu bezeichnen ist schwer.

Hinzu kommt, dass jemand, der am soziokulturellen Existenzminimum lebt und 1/10 seines Einkommens spendet, altruistischer ist, als jemand, der ein Staatssekretärinnengehalt bezieht und 1/2 seines Einkommens spendet.

@Gerti: Ich kenne leider reichlich Menschen (auch behinderte), die so ein utilitaristisches/sozialdarwinistisches/faschistisches Weltbild pflegen, dass ein angenommenes Gemeinschaftswohl wichtiger wäre (und überhaupt sein kann - für mich ist das ein Widerspruch) als das konkrete, basale Wohl des einzelnen (im Sinne von Menschenrechten).

Es wäre durchaus interessant zu wissen, ob der Anteil an Menschen mit Beeinträchtigungen, die so ein Weltbild pflegen, größer oder kleiner ist, als in der Gesamtbevölkerung. Mich würde es nicht überraschen, wenn der Anteil größer ist, schon allein, weil man mutmaßlich viel öfter mit solche Überlegungen konfrontiert ist, als die Gesamtbevölkerung. Letztlich wichtiger ist mir aber, Bemühungen in Aufklärung zu und Propagation von individuellen Menschenrechten zu stecken.

Von Gerti

@ DanielH.:
Zu welcher der von Ihnen genannten Spezies zählen Sie sich, Herr Daniel H.?
Aus Ihrer Anmerkung ist die genannte Zugehörigkeit zu einer der beiden Gruppen (von Ihnen 'Spezies' genannt) nicht erkennbar.
Können Sie Ihre Zugehörigkeit zu der einen der beiden 'Spezies' (Gruppe) faktisch und nachvollziehbar begründen?

Von Gerti

@ Dagmar B.:
Die von Ihnen eine Möglichkeit des Praktizierens von Macht seitens der Spenderinnen des illustren Kreises des Herrn P. Singers hatte ich noch gar nicht in meinen Überlegungen bedacht.
Auf Deutschland bezogen: Zum Beispiel Bertelsmann qua vorhandener Geldmenge oder auch die Quandts und andere aus anderer Arbeit reich Gewordene könnten ebenso eine perfide politische Einflussmöglichkeit 'geltend machen' und so über das Wohl und Wehe von allen Bundesbürger/innen Macht erlangen.
Dann allerdings wären wir tatsächlich wieder bei 1933 bis 1945 angelangt.

Von Gerti

@ DanielH.:
Sie schreiben von "... Spezieszugehörigkeit in lebenswert und lebensunwert ...".
Demnach machen Sie sich den Sprech aus der Zeit von 1933 bis 1945 zueigen? Sollte dem so sein (worauf vieles deutet) hätten Sie sich gestern schnell (und unfreiwillig?) geoutet, welch' politischen Geistes Sie zu sein scheinen.

Von Dagmar B

DanielH hat geschrieben:

Geizkragen? Singer spendet ein Drittel seines Einkommens für wohltätige Zwecke. Wie viel spenden Sie denn?


Hallo DanielH

An Herrn Singer zeichnet sich ja ab,wohin so eine "Spendenfreudigkeit" führen kann.
Da entscheiden dann plötzlich die" Spender",wer am Leben bleiben darf und wer nicht.

Von Wolfgang Ritter__deleted__033916

Was sagen uns diese Tatsachen?

Zitat:

"protestierten an die 100 Menschen in einem von der Polizei "geschützten Bereich"

"von der Polizei "geschützten Bereich"

"Sehen wir nicht darin, was wir wert sind?

Fehlt nur noch die Meldung, Knüppel gegen Krüppel, oder warum war die Polizei vor Ort?

Hatte Singer Angst?

Oder sah die Urania ihre Organisation gefährdet ?

Feierstunden können was schönes sein, wenn die Polizei präsent ist.

Armes Deutschland, kann man da nur sagen.

Begreift endlich unseren wert in der Gesellschaft!

Von Gerti

Ich spende nicht, denn ich zahle Steuern und 'sonstige' finanzielle Beiträge an den Staat und die Kommune, in der ich lebe.
Zu spenden halte ich für Willkürakte und mittelalterliche Gesten.

Von Gerti

Wer soviel Geld, wie Singer *spendet*, im Voraus sein *eigen* nennt und hergeben kann, der muss das Geld zwangsläufig am Fiskus vorbei geschleust haben. Oder in den usa zahlen solche, wie Singer eben keine oder nur geringe Steuern und sind hernach in der Lage, Halli-Galli in finanzieller Hinsicht zu betreiben und die Politik entscheidend mitzubestimmen.
Singer hat in einem Interview selber von sich gesagt, er will nicht, dass Gelder für behinderte Kinder aufgewendet werden und sah sich hierbei als der Benachteiligte.
Wenn Singer nun in ihren Augen der große Spender zu sein scheint, dann ist Singer wenigstens ein rechtslastiger Spender. Der Unterschied, ob ein finanziell Wohlgestellter an die npd spendet oder Singer sich mit Spenden an Arme freikauft und sich hiermit einen Ruf als Linker 'erarbeitet' hat, macht (meiner Meinung nach) keinen Unterschied. Auch ein npd-Mitglied würde sicherlich niemals für das Leben Behinderter auch nur einen Cent ausgeben.
Wenn nun ab einem bestimmten Lebensalter alle, die jenseits des 65. Lebensjahres sind, als lebensunwert (willkürlich) von der Gesellschaft kategorisiert würden, was wäre dann? Würde von der Gesellschaft zugunsten P. Singers doch recht fortgeschritttenen Lebensalters die Grenze des Lebensalters, ab dem jemand als lebensunwert zählen würde, verschoben, damit P. Singer vom Makel des Lebensunwerten verschont bliebe?
Eine Frage der Definition und von einer Gesellschaft, die solche Definitionen und Zuschreibungen zuließe.
Und noch eins: Es war schon immer schick und modern, für Arme zu spenden. Dieser Umstand wird von P. Singer (schamlos) weidlich ausgenutzt.

Von DanielH

@Von Gerti: Geizkragen? Singer spendet ein Drittel seines Einkommens für wohltätige Zwecke. Wie viel spenden Sie denn?

Und warum sollte es wissenschaftlicher sein, Lebewesen aufgrund ihrer Spezieszugehörigkeit in lebenswert und lebensunwert einzuteilen, als aufgrund von anderen Eigenschaften wie Selbstbewusstsein?

Von Gerti

Es wäre interessant zu wissen, ob es Behinderte gibt, die der Manipulation und der Hetze gegen Behinderte (also gegen sie selbst) auf den Leim gehen. Und in welchen der in Deutschland etablierten Großparteien (cdu, csu spD, die linke und die grünen) diese Singer-Jünger/innen sind.

Von Gerti

Singer ist (im Grunde genommen) gar kein Wissenschaftler, da er Behauptungen aufstellt von lebenswert und lebensunwert, ganz nach den von ihnen wissenschaftlich unhaltbaren Kategorien.
Wenn (wie P. Singers) fortgeschrittenes Lebensalter ein Kriterium für lebens-un-wert sein würden, müsste P. Singer sich diesem Kriterium sofort stellen und beweisen, dass er Manns genug ist, die Bedingungen, die aus dem willkürlich getroffenen Kriterium resultieren, ohne Wenn und ohne Aber sofort zu vollziehen.

Singer ist (meiner Meinung nach) ein hochgradig gefährlicher Rattenfänger in einen neuerlichen fasch**oiden Abgrund.

Von Gerti

Bedauerlich, dass es nur einhundert Protestierende waren, die Singer und seinen Kumpanen die Stirn geboten haben.
Die Urania betrete ich nie wieder.
Der Geschäftsführer der Urania kann demnach getrost als Hasser von Behinderten bezeichnet werden, weil er nicht den Schneid hatte, einem Behindertenverhinderer und Geizkragen und von Gier Geprägten (namens P. Singer) die Tür zu weisen und Hausverbot auszusprechen. Das sagt viel aus, wes' Geistes Kind der Geschäftsführer des Urania e.V. zu sein scheint; offensichtlich aus demselben politischen 'Holz', wie Singer.