Flexi-Rente mit Licht und Schatten

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo der Volkssolidarität
Logo der Volkssolidarität
Bild: Volkssolidarität

Berlin (kobinet) Das Dogma der Rente mit 67 wird nach Ansicht der Volkssolidarität durch die vorgeschlagenen Regelungen zur sogenannten Flexi-Rente nicht in Frage gestellt. Der Präsident des Verbandes, Dr. Wolfram Friedersdorff, kritisierte am Mittwoch den von einer Koalitionsarbeitsgruppe vorgelegten Abschlussbericht "Flexible Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand". Für Ältere mit gesundheitlichen Einschränkungen, Niedrigverdiensten oder im Bezug von Hartz IV dürfte der Nutzen des Konzepts der Koalitionspartner sehr überschaubar bleiben. Es fehlten weiter Maßnahmen, damit ältere Arbeitslose nicht von Altersarmut bedroht sind.

Die besseren Möglichkeiten, Rente und Erwerbseinkommen miteinander zu kombinieren, seien durchaus zu begrüßen, so der Verbandspräsident. "Es bleibt aber dabei, dass dies erst ab Vollendung des 63. Lebensjahrs gelten soll und vor Erreichen der Regelaltersgrenze lebenslange Abschläge die Altersrente mindern. Daran ändert wenig, dass künftig bereits ab dem 50. Lebensjahr die Möglichkeit bestehen soll, die Abschläge durch hohe eigene Zahlungen ‚abzukaufen‘.“ Für Ältere mit starken gesundheitlichen Belastungen oder mit Niedrigverdiensten bringe das wenig bis nichts, bedauerte Friedersdorff.

Den Erwerb zusätzlicher Rentenansprüche, wenn ergänzend zum Arbeitgeber-Beitrag auch Beschäftigte bei gleichzeitigem Altersrentenbezug weiter ihren vollen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen, wertete der Verbandspräsident als "wenig spektakulär". Das sei die konsequente Anwendung des Äquivalenzprinzips von Beitrag und Leistung. Praktisch hieße dies, niedrige Renten durch längeres Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus aufzustocken.

Friedersdorff erklärte weiter: "Der Widerspruch ist offensichtlich. Einerseits sollen mit der Flexi-Rente zusätzliche Anreize gesetzt werden, um Ältere länger arbeiten zu lassen. Wer das will und kann, soll diese Chance nutzen. Andererseits erleben wir aber, dass Ältere noch immer überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Deshalb fordert die Volkssolidarität hier konkrete Maßnahmen, damit ältere Arbeitslose nicht in Altersarmut landen. Außerdem muss die Zwangsverrentung von ‚Hartz IV‘-Beziehern ersatzlos abgeschafft werden."