Unverständnis über Haltung der Koalitionsfraktionen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Marita Boos-Waidosch
Marita Boos-Waidosch
Bild: omp

Mainz (kobinet) Bei der Inklusionsmesse in Mainz zeigte die seit über 22 Jahren in Mainz aktive städtische Behindertenbeauftragte Marita Boos-Waidosch großes Unverständnis darüber, dass die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Deutschen Bundestag nicht dazu bereit sind, private Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur Barrierefreiheit zu verpflichten.

"Ich kämpfe mir hier in Mainz schon seit Jahrzehnten die Seele aus dem Leib, dass Geschäfte Rampen für ihre ein bis zwei Stufen vor ihren Geschäften anschaffen - meist mit sehr bescheidenem Erfolg. Wer da immer noch nicht kapiert hat, dass wir endlich klare gesetzliche Verpflichtungen zur Barrierefreiheit brauchen, muss in einer anderen Sphäre leben", zeigte sich Marita Boos-Waidosch empört. Bereits Ende April soll das Gesetz zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts verabschiedet werden.

Lesermeinungen zu “Unverständnis über Haltung der Koalitionsfraktionen” (2)

Von signMedia

... nicht umsonst sagt man:

"Behindert ist man nicht, behindert wird man."
und das gilt für alle Menschen mit Beeinträchtigung!

und das ausgerechnet von denen, die Gesetzen schreiben und verabschieden, ohne sich selber in die Situation der Menschen mit Beeinträchtigung hineinzuversetzen. (was wäre, wenn die elitäre Personengruppe, mal z.B. durch Unfall o.ä. selber behindert wird?
Sicherlich werden sie, durch Kollegen, auch mundtot gemacht und "aussortiert".

Schau mal an Menschen mit Hörbehinderung, die haben wohl kein "Rederecht", wenn die Gebärdensprachdolmetscher nicht zur Verfügung stehen (ständig aus Kostengründen verweigert --> diskriminierend aufgrund Versagung der angemessenen Vorkehrung). Woher können die Gesellschaft erfahren, wenn die Menschen mit Hörbehinderung kein Möglichkeit bekommt, sich zu äußern?

Ebenso sind vielen nicht bewusst, dass (meines Erachtens nach) fast alle Menschen mit Hörbehinderung in Rheinland Pfalz (uns auch anderen Bundesländern) kaum Zugänge zu allgemeine Informationen auf öffentliche Ebene haben, da die Texte nicht verständlich sind. --> gehört zu Gruppe funktionalen Analphabeten.

Die effektivste Zugang zu allen Informationen geht über GebärdenVideos auf der Homepages aller Anbieter (öffentlich und privat).

Also, die privaten Marktwirtschaft muss verpflichtend werden ...

Gruss
Gabriel Nistor
signMedia

Von Uwe Heineker

... hier zeigt sich wieder, wie es um die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung gegenüber Menschen mit Behinderung sowie menschenrechtliche Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonventiion bestellt ist: Ignoranz und Gesetzesbruch!