Lebenshilfe startet Kampagne für Teilhabe

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: Lebenshilfe

Berlin (kobinet) Mit #TeilhabeStattAusgrenzung ruft die Lebenshilfe dazu auf, ihre Petition zum geplanten Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III zu unterzeichnen. Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, stellte am Freitag die bundesweite Kampagne in Berlin vor.

Die Lebenshilfe kämpft für Verbesserungen im Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III, da die vorliegenden Entwürfe aus ihrer Sicht inakzeptabel sind. Ulla Schmidt erklärte dazu: "Mit diesem sozialpolitischen Großvorhaben sollen die Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen gestärkt werden – da kann es nicht sein, dass ausgerechnet Menschen mit geistiger Behinderung, die auf die Unterstützung besonders angewiesen sind, Verschlechterungen drohen, zum Beispiel bei der Pflege. Oder dass sie von den Verbesserungen des Bundesteilhabegesetzes ausgeschlossen sind, zum Beispiel bei den neuen Vermögensgrenzen: Statt 50.000 Euro sollen sie weiterhin nur 2.600 Euro ansparen können, weil sie wegen ihrer Behinderung auf Grundsicherung angewiesen sind. Mit dieser Kampagne setzen wir uns deshalb dafür ein, Teilhabe statt Ausgrenzung für alle Menschen mit Behinderung zu erreichen, auch für die mit hohem Hilfebedarf."

Ziel ist es, die Forderungen der Lebenshilfe für gute Teilhabe und Pflege den Abgeordneten im Bundestag und in den Landtagen sowie der breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen. Dazu hat die Bundesvereinigung Informationsmaterial erstellt, das für Laien verständlich die Knackpunkte der beiden Gesetze erklärt. Es gibt Kampagnen-Motive als Postkarten und Plakate, die von den mehr als 500 örtlichen Vereinigungen und rund 4.200 Einrichtungen der Lebenshilfe eingesetzt werden können. Darüber hinaus wird die Lebenshilfe mit kreativen Aktionen vor Ort auf die Petition und die schwerwiegenden Folgen des Gesetzespakets aufmerksam machen.

Das Bundesteilhabegesetz regelt die Eingliederungshilfe neu. Von den derzeit rund 860.000 Beziehern der Eingliederungshilfe hat die Mehrheit – über eine halbe Million – eine geistige Behinderung. Auch vom Pflegestärkungsgesetz III ist diese Personengruppe stark betroffen. Bleiben die Reformen so, wie sie sind, müssen Menschen mit geistiger Behinderung fürchten, ganz aus dem Hilfesystem herauszufallen. Anderen droht, dass sie gegen ihren Willen mit anderen zusammen wohnen müssen oder in Pflegeeinrichtungen abgeschoben werden. Wieder andere müssen bangen, ihr Zuhause zu verlieren, weil ihre Wohnstätte nicht mehr ausreichend finanziert wird und schließen muss.

Die Lebenshilfe fordert daher, dass

1. Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf künftig nicht von den Leistungen der Pflegeversicherung ausgeschlossen werden. Umgekehrt darf ihnen auch nicht die Eingliederungshilfe verwehrt werden, weil sie neben ihrer geistigen Behinderung einen Pflegebedarf haben. Sie brauchen für Teilhabe beide Formen der Unterstützung. Der Verschiebebahnhof zwischen Eingliederungshilfe und Pflege muss aufhören!

2. der Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe nicht so begrenzt wird, dass Menschen, die in weniger als fünf Lebensbereichen Einschränkungen aufweisen, von den Leistungen ausgeschlossen werden. Eine solche Hürde ist zu hoch!

3. Menschen mit Behinderung nicht gezwungen werden können, gemeinsam mit Anderen Leistungen in Anspruch zu nehmen, zum Beispiel beim Wohnen und in der Freizeit. Das ist das Gegenteil von Selbstbestimmung und führt zu Ausgrenzung statt Teilhabe!

4. die Kosten der Unterkunft für das Wohnen in Wohnstätten nicht willkürlich begrenzt werden. Wenn das Wirklichkeit wird, droht vielen Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung das finanzielle Aus, und die dort lebenden Menschen verlieren ihr Zuhause!

5. Menschen mit einer geistigen Behinderung nicht von den verbesserten Regelungen im Bundesteilhabegesetzes zur Heranziehung ihres Vermögens ausgeschlossen werden. Auch sie haben ein Recht auf ein Sparbuch!

Die Petition der Lebenshilfe, alles zur Kampagne (auch in Leichter Sprache) gibt's unter www.teilhabestattausgrenzung.de

Lesermeinungen zu “Lebenshilfe startet Kampagne für Teilhabe” (7)

Von ockis

20.07.2016
Radio-Interview zu #TeilhabeStattAusgrenzung

So hat Dr. Laurenz Aselmeier, Mitglied der Geschäftsleitung der Lebenshilfe Braunschweig und verantwortlich für den Bereich Wohnen, heute bei Radio Okerwelle kurz, aber prägnant Stellung bezogen:
http://www.lebenshilfe-braunschweig.de/aktuell/nachrichten/nachricht/news/radio-interview-zu-teilhabe-statt-ausgrenzung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=ffd753f19ae8bd552e9ec74c7f4abc2d

Hier das Gespräch mit Redakteurin Nicole Beyes:
http://www.lebenshilfe-braunschweig.de/fileadmin/user_upload/Interview-LebenshilfeBS-Aselmeier_nb.mp3

Von ockis

Ist es nicht auch seltsam wenn die Bundesvereinigung Lebenshilfe am 7.07.2016 die Petition "Teilhabe statt Ausgrenzung" startet und man auf den Internetseiten bei vielen Landesverbänden bis dato nichts oder nur versteckt von dieser wichtigen Kampagne findet?!
zB:
http://www.lebenshilfe-hessen.de/de/
http://www.lebenshilfe-rlp.de/
http://www.lebenshilfe-bayern.de/aktuelles/
http://www.lebenshilfe-bw.de/
http://www.lebenshilfe-mv.de/index.php?id=26
http://www.lebenshilfe-thueringen.de/de/aktuelles/index.php

Das geht auch besser wie man bei den anderen Landesverbänden sehen kann wie zB hier:
http://www.lebenshilfe-hamburg.de/

Hier habe ich letzthin gelesen:
..."Nur durch eine hohe Beteiligung an der
Online-Petition können wir unseren politischen Forderungen Nachdruck im weiteren Gesetzgebungsverfahren verleihen."....
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1152073204866235&id=701970643209829

Ich habe erwartet dass sich die Lebenshilfe und somit auch alle Landesverbände ganz besonders für die Verbreitung dieser so wichtigen Kampagne „Teilhabe statt Ausgrenzung“ einsetzen würden.

Wenn nicht sie wer sonst?!

ZITAT:
…“Besonders im Blick haben wir Menschen mit geistigen Behinderungen und Lernschwierigkeiten, aber auch Menschen mit schweren und Mehrfachbehinderungen und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer.“….
(ZITATENDE)
http://www.lebenshilfe-mv.de/index.php?id=26

Von ockis

Andrea Nahles
18 de julio a las 5:58 ·

Anfang Juli habe ich den Offener Kanal Andernach besucht und ein Interview zum ‪#‎Bundesteilhabegesetz‬ gegeben. Das Interview gibt es in voller Länge im Kabelfernsehen über OK4 oder im Senderlivestream auf: http://www.ok4.tv/
Sendetermine:
20.07.2016 um 15:30 Uhr
22.07.2016 um 10:08 Uhr
25.07.2016 um 12:08 Uhr
https://es-la.facebook.com/andrea.nahles/?fref=photo

22.07.2016 - 10:08 Uhr | Politik aktuell mit Andrea Nahles
25.07.2016 - 12:08 Uhr
http://www.ok-andernach.de/
http://www.ok-andernach.de/

Von Gisela Maubach

Es ist schon sehr merkwürdig, wenn ausgerechnet die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe innerhalb eines Fernsehbeitrages sich ausschließlich zur Anrechnung von Einkommen und Vermögen äußert, ohne dabei zu erwähnen, dass diejenigen Menschen, welche die Lebenshilfe eigentlich vertreten sollte, in der Regel gar kein nennenswertes Einkommen und Vermögen erzielen können (Stichwort WfbM).

Und auch im vorliegenden Beitrag fehlt immer noch die geplante Nachrangigkeit von Sozialer Teilhabe (§ 102 Abs. 2 und 76 BTHG-Entwurf, so dass die WfbM (zum großen Teil Lebenshilfe-Werkstätten) immer noch die vorrangige Tagesstruktur wäre!!!

Dieser von der Lebenshilfe "vertretene" Personenkreis wäre damit immer noch von der Integration ins gesellschaftliche Leben ausgegrenzt, so dass der Begriff Inklusion von vornherein zum Lügenwort verkommen würde, wenn (geistig) schwerstbehinderte Menschen tagsüber unter sich bleiben müssen.

Von ockis

Lebenshilfe NRW 20.07.2016
21 Std. ·

‪#‎TeilhabeStattAusgrenzung‬ |
Die Sendung ZDF Volle Kanne hat sich mit den geplanten Anpassungen bei Einkommen und Vermögen für Menschen mit Behinderung im Rahmen des ‪#‎Bundsteilhabegesetzes‬ beschäftigt.

Im Beitrag kam auch Lebenshilfe-Bundesgeschäftsführerin Jeanne Nicklas-Faust zu Wort.
Dennoch unterschlägt der Beitrag und das anschließende Interview leider, dass Menschen mit geistigen Behinderung von den Anpassungen ausgenommen sind. Sie werden auch künftig nur 2.600 Euro sparen dürfen. Das sogar weniger als ‪#‎HartzIV‬-Empfängern zusteht."....

Kompletter Beitrag:
https://de-de.facebook.com/lebenshilfenrw
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Ich finde es traurig das die Lebenshilfe-Bundesgeschäftsführerin Jeanne Nicklas-Faust nicht einmal in einem Satz erwähnt hat:

ZITAT:
..."Aber für Menschen mit geistiger Behinderung drohen durch diese Gesetze Diskriminierung und Ausgrenzung statt mehr Teilhabe.Das können wir nicht akzeptieren!"....
(ZITATENDE)
https://www.change.org/p/teilhabe-statt-ausgrenzung-von-menschen-mit-geistiger-behinderung?utm_source=embedded_petition_view

Von ockis

SR 3 -
Interview mit Ulla Schmidt zur Kritik am Bundesteilhabegesetz

Audio | 15.07.2016 | Dauer: 00:05:26 | SR 3 - Katja Preißner
http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=42286

Von Uwe Heineker

Was hier weiterhin noch fehlt, sind grundlegende Veränderungen der Werkstätten-Strukturen - gerade weil die Lebenshilfe selbst auch zu den Trägern dieser Einrichtungen gehört, siehe hierzu auch: http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/34117/In-Werkst%C3%A4tten-bleibt-im-Wesentlichen-alles-beim-Alten.htm