Geflüchtete Frauen und Kinder schützen
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Weibernetz
Kassel (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V., die Belange geflüchteter Frauen und Kinder mit Behinderung bei Gewaltschutzkonzepten zu berücksichtigen. Derzeit werden sowohl beim Bund, als auch in den Ländern und Kommunen Konzepte zum Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften entwickelt. „Allerdings werden bislang in den meisten Konzepten die Belange geflüchteter Frauen und Kinder mit Behinderung nicht berücksichtigt. Wir brauchen ausreichend Unterkünfte in jeder Stadt, die Frauen und Kinder mit Behinderung vor Gewalt schützen und barrierefrei zugänglich sind", fordert Brigitte Faber, Projektleiterin im Weibernetz e.V.
Die Vereinten Nationen haben Deutschland bereits im Frühjahr 2015 aufgefordert, Programme zur Beseitigung der Diskriminierung, insbesondere von Migrantinnen und weiblichen Flüchtlingen mit Behinderungen durch zu führen, bislang ohne Erfolg. Schätzungen zufolge sind unter den Geflüchteten 10 – 15 Prozent Menschen mit Behinderungen.
„Die Schutzkonzepte mit Mindeststandards und Leitlinien für Flüchtlingsunterkünfte werden jetzt erarbeitet. Wenn jetzt nicht berücksichtigt wird, dass wir auch barrierefreie Unterkünfte mit Schutz vor Gewalt benötigen, wurde eine Chance vertan und geflüchtete Frauen und Kinder mit Behinderungen bleiben auf der Strecke", resümiert Brigitte Faber.

Von Lesebrille
@Ulrike
Menschen mit Behinderung haben schon in der (Gross)Stadt ein Problem mit dem Finden barrierefreier Orte: Öffentliche Gebäude, Läden, Arztpraxen, Restaurants, aber auch Gehwege, etc.. Ebenso ist der ÖPNV soweit ich weiss, noch in keiner Grossstadt Deutschlands durchgehend barrierefrei erreichbar.
Wesentlich schlechter schaut die Infrastruktur auf dem Land aus. Überlandbusse sind immer noch nicht alle barrierefrei. Die Versorgung mit Nahrungsmittel ist häufig nur vor den Orten in Grossmärkten auf der Wiese möglich und ein Auto dafür notwendig. Und wenn z. B. einE ÄrztIn aufgesucht werden muss, sind die stufenlosen Alternativen sehr begrenzt, von der Ahnung zu behindertenspezifischen Gesundheitsproblemen ganz zu schweigen.
Das mag zwar nicht für jeden kleinen Ort gelten, aber für das Gros. Daher ist es wenig ratsam, behinderte geflüchtete Menschen aufs Land zu schicken, damit wären sie im Gegensatz zu nichtbehinderten Geflüchteten deutlich schlechter gestellt und auf geradezu gefährliche Weise nahezu komplett isoliert.
Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage.
Von Ulrike
Hier in ländlichen Gebieten leben allgemein viele Flüchtlinge in Familien oder die Nachbarschaft kümmert sich um im Straßenzug lebende Flüchtlingsfrauen mit Kindern, werden zumindest von den Familien irgendwie unterstützt. Warum geflüchtete Frauen und Kinder mit Behinderung nicht auch auf dem Land in Familien wohnen, leben lassen?