8 000 Menschen hoffen auf Nierenspende

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Organspende pro oder kontra? Im Organspendeausweis kann jeder zu Lebzeiten seine Entscheidung dokumentieren, so dass der Wille im Todesfall berücksichtigt werden kann.
Organspende pro oder kontra? Im Organspendeausweis kann jeder zu Lebzeiten seine Entscheidung dokumentieren, so dass der Wille im Todesfall berücksichtigt werden kann.
Bild: Gabrijela Lizatovic

Neu-Isenburg (kobinet) 8.000 Menschen auf der Warteliste hoffen auf eine Nierenspende. Das teilte heute das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation mit. „Der bundesweite Tag der Organspende am 3. Juni ist ein entscheidender Termin, um öffentlichkeitswirksam einen wichtigen Impuls für die Beschäftigung mit dem Thema Organspende zu geben", erklärt Prof. Dr. med. Dieter Bach, Vorstandsvorsitzender des KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. Im Organspendeausweis kann jeder zu Lebzeiten seine Entscheidung dokumentieren, so dass der Wille im Todesfall berücksichtigt werden kann.

Insbesondere liege ihm als Nephrologen am Herzen, auf die Situation der chronisch nierenkranken Patienten aufmerksam zu machen. Denn die aktuell vorliegenden Zahlen verdeutlichen, dass nur für wenige Patienten eine Nierentransplantation als Alternative zur lebenslangen Dialyse in Erfüllung geht: Von den über 10.000 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan warten rund 8.000 chronisch nierenkranke Patienten auf eine neue Niere. Im Jahr 2016 wurden bundesweit 2.094 Nierentransplantationen (nach postmortaler Organspende und Nierenlebendspende) durchgeführt; davon 508 bei KfH-Patienten.

„Aus unseren Sprechstunden zur Transplantationsnachsorge wissen wir, wie überaus glücklich und dankbar unsere Dialysepatienten nach einer erfolgreicher Nierentransplantation darüber sind, ein neues Leben mit neuer Niere führen zu können", berichtet Bach. Insgesamt 6.168 Patienten wurden Ende letzten Jahres in den KfH-Sprechstunden zur Transplantationsnachsorge - in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Transplantationszentrum - betreut. Hier finden im Wesentlichen die Einstellung der Immunsuppression und körperliche Untersuchungen statt sowie die Unterstützung und Beratung des Patienten bei seiner Verantwortung, das neue Organ zu schützen, damit es lange gut funktioniert.

Der Tag der Organspende findet alljährlich am ersten Samstag im Juni statt und will die Bevölkerung motivieren, sich mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen, eine Entscheidung zu treffen und im Organspendeausweis zu dokumentieren. Gleichzeitig wird an diesem Tag an alle Menschen gedacht, die nach ihrem Tod ihre Organe gespendet und damit Leben gerettet haben.

Lesermeinungen zu “8 000 Menschen hoffen auf Nierenspende” (1)

Von mheidelberg

"Gleichzeitig wird an diesem Tag an alle Menschen gedacht, die nach ihrem Tod ihre Organe gespendet und damit Leben gerettet haben."

Das ist falsch und Propaganda!
Organspender*innen sind nicht tot!
Organspennder*innen liegen im Sterben!

Der Tod wurde vom Kreislauftod zum Hirntod umdefiniert, damit Organspende möglich ist. Dessen muss sich jede*r bewusst sein, der*die einen Organspendeausweis besitzt.
Ebenso sollte sich jede*r bewusst sein, dass er*sie als potenzielle*r Organspender*in vor dem Sterben weniger Schmerzmittel bekommt, damit die Organe nicht "verunreinigt" werden.