Grünenthal an Kosten für Conterganopfer angemessen beteiligen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Ilja Seifert
Ilja Seifert
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 Berlin (kobinet) Über 136 Millionen Euro zahlte der Bund bzw. die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nach Informationen des behindertenpolitischen Sprechers der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag, Ilja Seifert, allein von 2010 bis 2013 in die Conterganstiftung ein. Der Abgeordnete fordert daher eine angemessene Beteiligung der Firma an den Kosten für Conterganopfer.

"Hinzu kommen noch in diesem Jahr 120 Millionen Euro mit dem 3. Conterganstiftungsänderungsgesetz, welches der Bundestag voraussichtlich in der kommenden Woche beschließen wird. Nicht bezifferbar sind die Zahlungen aus Kranken-, Renten- und Sozialkassen für die 2.700 noch lebenden Conterganopfer in Folge der Schädigungen, die sie durch die Firma Grünenthal GmbH vor über 50 Jahren erlitten", erklärte Ilja Seifert.

Die Firma Grünenthal bzw. die Eigentümer, die Familie Wirtz, zahlte - laut einer Antwort der Bundesregierung vom 17. April auf eine Anfrage von Ilja Seifert - im gleichen Zeitraum 0,5 Millionen Euro an die Conterganstiftung, das sind weniger als 0,2 Prozent.

Gespräche über weitere finanzielle Beteiligungen hat die Bundesregierung laut ihrer Antwort seit 2010 mit der Firma Grünenthal bzw. der Familie Wirtz nicht geführt. Ein ergebnisloses Gespräch führte der Stiftungsratsvorsitzende Dieter Hackler (er ist Ministerialdirektor im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend!) im Jahr 2011. „Ich finde es unerträglich, dass die Conterganopfer und ihre Angehörigen mehrheitlich finanzielle Not leiden während die Täter ihren milliardenschweren Reichtum genießen. Und die Bundesregierung versucht nicht einmal, daran etwas zu ändern. Es wird höchste Zeit, die Eigentümer der Firma Grünenthal angemessen an den durch sie verursachten Schäden zu beteiligen. Dazu hat DIE LINKE in ihrem Antrag auch einen Vorschlag gemacht: Die Familie Wirtz soll 30 Prozent ihres Gewinns aus ihren Unternehmen sowie die Erlöse aus Unternehmensveräußerungen in die Stiftung einzahlen.