Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erfolgreich

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Jürgen Reichert, Adrian Treder, Robert Neuhauser und Sabine Lechner
Jürgen Reichert, Adrian Treder, Robert Neuhauser und Sabine Lechner
Bild: Kathrin Ruf

Augsburg (kobinet) Ob als Mitarbeiter in der Verwaltung, als Zimmermädchen oder Küchenhilfe, oder, so wie Adrian Treder aus Lauingen als Pflegehelfer im Altenheim: Ein Projekt des Bezirks Schwaben eröffnet Menschen mit Behinderung die Chance auf den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Seit 2008 wurden 20 TeilnehmerInnen in ein dauerhaftes sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermittelt.

Der Bezirk Schwaben hat das Projekt "EVA - Eingliederung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt" vor fünf Jahren gestartet. "E in EVA könnte auch für Erfolg stehen", so Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert in einer Bilanz des Projektes. Die Menschen werden jeweils bereits in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung vorbereitet und qualifiziert. Hier beginnt auch schon die intensive Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (ifd) Schwaben, der Praktikumsplätze sucht, auf die Betriebe zugeht, die Bewerber und Arbeitgeber passgenau zusammenbringt und die Unternehmen während des ganzen Projektes sowie in der Nachfolge betreut.

"Wir haben mit vielen Arbeitgebern, vor allem kleineren und mittelständischen Betrieben, sehr gute Erfahrungen gemacht", so Robert Neuhauser vom IFD. "Das individuelle Eingehen auf die Begebenheiten vor Ort ist jedoch immens wichtig." Doch trotz der für Schwaben gering erscheinenden Zahl von 20 ist das Projekt als Erfolg zu werten. "Konjunkturabhängig haben es Menschen mit einer Behinderung am schwersten auf dem Arbeitsmarkt - deshalb sind auch kleine Schritte ein großer Erfolg", so Bezirkstagspräsident Reichert. Zudem müsse man aber auch akzeptieren, dass viele Menschen den geschützten Rahmen einer Werkstätte für Behinderung (WfMB) vorziehen.

Nicht jedoch Adrian Treter: Der 23jährige, der eine Lernbehinderung hat, arbeitete gern in der Wäscherei der WfMB in Dillingen. "Aber ich wollte eigentlich lieber was mit Menschen machen, schon als Kind", heißt es in einer Presseinformation des Bezirks Schwaben. Er fand mit Unterstützung seiner Beraterin Sabine Lechner seinen Einsatzbereich im Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung Lauingen. Seit Januar 2012 ist er dort angestellt, hat inzwischen eine eigene Wohnung und macht derzeit den Führerschein. "Ich bin richtig stolz auf das, was ich jetzt erreicht habe", erzählt er. Natürlich sei es in der Werkstätte "entspannter" zugegangen, aber trotz der oft auch anstrengenden Arbeit: "Ich gehe jeden Tag gerne dorthin".

Für den Bezirk Schwaben sind seit 2008 für das Projekt EVA Kosten in Höhe von knapp 370.000 Euro angefallen. Bereits bei zwei vermittelten Teilnehmern hat sich das Projekt schon amortisiert. "Aber unabhängig von der finanziellen Frage ist es das Wichtigste, dass hier wirklich Inklusion geschieht und zwar auf dem wichtigen Gebiet der Arbeit", so Reichert. Durch den Weg aus der Werkstätte auf den allgemeinen Arbeitsmarkt kommen die EVA-TeilnehmerInnen damit in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Das Projekt wird vom Bezirk Schwaben koordiniert und finanziert. Projektpartner sind die jeweiligen Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie der Integrationsfachdienst (IFD).