Bemühungen um Barrierefreiheit?
Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Bild: Kai Forst
Saarbrücken (kobinet) Das wohl wichtigste Festival für den jungen deutschsprachigen Film geht am Sonntag in Saarbrücken zu Ende. Seit 35 Jahren werden hier junge Talente in Österreich, Deutschland und der Schweiz entdeckt. Die Bemühungen der mit öffentlichen Geldern geförderten Veranstalter um Barrierefreiheit waren zur Jubiläumsausgabe völlig unzureichend, entsprechend scharf war die Kritik.
Ein „Aktionsbündnisses barrierefreies Filmfestival Max Opühls Preis“ protestierte zur Eröffnung im Cinestar von Saarbrücken. Dunja Fuhrmann, Saarbrückens Behindertenbeauftragte und aktiv im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter, erklärte bei betretenen Gesichtern der Veranstalter: „Das Filmfestival wird mit rund einer halben Million Euro jährlich aus allgemeinen Steuermitteln der Stadt Saarbrücken und des Landes bezuschusst, aber weder der Veranstalter noch die beiden öffentlichen Geldgeber sind trotz unserer jahrelangen Bemühungen auf unsere Forderungen nach einem barrierefreien Filmfestival für Alle eingegangen.“
Rund 70 blinde, gehörlose und auf den Rollstuhl angewiesene Menschen verteilten indessen im Foyerbereich des Kinos über 400 Flugblätter an die Kinobesucher. In zahlreichen Gesprächen konnten die Interessenvertreter der Behindertenverbände und privat engagierte Betroffene ihre Meinung gegenüber den Besuchern mitteilen, berichtete Peter Reichert vom Bundesverband Körperbehinderter für kobinet.
Ein Gedankenaustausch der Verantwortlichen und Betroffenen über barrierefreie Kinos und das Saarbrücker Filmfestival wurde vorgeschlagen. „Wir sind froh, dass nun Bewegung in die Sache gekommen ist", so Dunja Fuhrmann. "Unser Ziel ist es, dass 2015 es deutlich mehr Barrierefreiheit beim Filmfestival geben wird.“
