Wärst du lieber tot?

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Verena Bentele
Verena Bentele
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) "Wärst Du lieber tot?" lautet der Titel eines Dokumentarfilms über schwerstkranke und behinderte Menschen, der erzählt, warum das Leben lebenswert ist. Der Film wird am 6. März um 19.00 Uhr im Kleisthaus in der Mauerstraße 53 in Berlin gezeigt. Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, statt.

"Seit über 15 Jahren arbeitet die Theaterregisseurin Tina Seeland in der Pflege. Dabei mutmaßen Gesunde: '50 Prozent der behinderten Heimbewohner wären bestimmt lieber tot.' Dieser Behauptung nachgehend zeigt der Dokumentarfilm überraschende Antworten von besonderen Menschen. Beispielsweise Corinna: Sie will mit Behinderten nichts zu tun haben, doch sitzt nach einem Hirnschlag selbst im Rollstuhl. Thomas lebt seit 19 Jahren mit Multipler Sklerose, ist bettlägerig und datet öfter als so manch gesunder Mann. Jan und Susanne, ein überraschend normales Paar im Rollstuhl, und Rosi, ein rollstuhlfahrendes zartgliedriges Bollwerk für Lebensfreude und eiserne Disziplin. Und schließlich Stephan, nach einem Autounfall seit 10 Jahren irgendwo zwischen Koma und Bewusstsein. Ein schonungslos offenes und liebenswert humorvolles Filmdebüt, das nicht beschönigt, sondern Schönheit sichtbar macht", heißt es in der Ankündigung für den Film.

Freigegeben ab 12 Jahren. D 2010, Dokumentarfilm, 60 Min., Regie: Tina Seeland. Audiodeskription: Deutsche Hörfilm gGmbH. Der Eintritt ist frei.

Link zu weiteren Informationen und zum Anmeldeformular

 

Lesermeinungen zu “Wärst du lieber tot?” (1)

Von gerhard

Nein Frau Bentele, ich wäre nicht lieber tot, Bei der Gesellschaft jedoch, verkörpert durch die Politik und die Sozialverwaltungen, bin ich mir der Antwort nicht sicher, daher verzichte ich lieber darauf, dort die Frage zu stellen. Die Befürchtung, hier eine andere Antwort zu erhalten, ist nicht unberechtigt. Denn wie sonst kann man die Verweigerung der Inklusion in diesen Kreisen erklären. Wieso verweigert man die Umsetzung der BRK und versteckt sich hinter Haushaltslöchern und einer fadenscheinigen Denkschrift von Olaf Scholz? Bei der BRK handelt es sich um uns zustehende Menschenrechte. nicht mehr, nicht weniger. Vor vielen Jahren hörte ich auf einer Tagung den Begriff der sozialen Euthanasie. Dieser Begriff hat sich in meinem Kopf eingebrannt. Denn im Rahmen meiner Beratungsarbeit begegnen mir fast täglich Behördenübergriffe, die diesen Begriff immer wieder dem Vergessen entreißen. "Ich werde nicht schweigen" titelte KONTROVERS den Beitrag über Sie. Ich bin gespannt.